Wuschelig und gut getarnt

Neu entdeckter Fisch erinnert an Sesamstraßen-Figur


16.05.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Straßenschild in der Sesamstraße: Eine Fischart wurde nun nach einer Figur aus der Kinderserie benannt. (Quelle: IMAGO/LENTHE-MEDIEN/imago)

Haarig, orange-rot gefärbt und perfekt getarnt: Im Great Barrier Reef ist eine Fischart entdeckt worden, die sich von ihren Verwandten unterscheidet. Ihr Name stammt aus der Sesamstraße.

Wer als Kind die Sesamstraße gesehen hat, erinnert sich womöglich an Snuffleupagus (im Deutschen häufig nur „Schnuffi“ genannt): ein zotteliges Mammutwesen mit langem Rüssel, langen Wimpern und viel Fell. Genau an diese Figur fühlten sich Forscher erinnert, als sie einen kleinen Fisch aus den Korallenriffen des südwestlichen Pazifiks untersuchten. Die neu beschriebene Art trägt deshalb nun den Namen Solenostomus snuffleupagus.

Der wenige Zentimeter große Geisterpfeifenfisch lebt unter anderem am australischen Great Barrier Reef – einem der bekanntesten und am besten erforschten Korallenriffe der Welt. Er war Tauchern und Unterwasserfotografen seit Jahren aufgefallen, galt aber lange lediglich als Variante einer bereits bekannten Art. Erst jetzt bestätigten Forscher, dass es sich tatsächlich um eine eigenständige Spezies handelt, die siebte unter den Geisterpfeifenfischen.

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Verwandter der Seepferdchen

Geisterpfeifenfische sind mit Seepferdchen verwandt und Meister der Tarnung. Ihre Körper tragen fadenförmige Anhängsel, die wie Algen oder Korallen aussehen. Dadurch verschmelzen sie nahezu mit ihrer Umgebung. Bei Solenostomus snuffleupagus fällt diese Tarnung besonders auffällig aus: Der Fisch besitzt zahlreiche lange Filamente am gesamten Körper und wirkt dadurch deutlich zotteliger als verwandte Arten. Mit menschlichen Haaren sind diese Anhängsel jedoch nicht zu vergleichen. Seine Färbung reicht je nach Region von Orange bis Purpurrot.

Der australische Meeresbiologe David Harasti hatte den ungewöhnlichen Fisch bereits 2003 bei einem Tauchgang vor Papua-Neuguinea gesehen. Danach blieb das Tier jedoch lange schwer auffindbar. Erst mithilfe von Aufnahmen anderer Taucher, Museumsbeständen und genetischen Analysen gelang es den Forschern, die Art genauer zu untersuchen.

Häufig im Doppelpack: Schnuffi trat oft zusammen mit dem gelben Bibo auf. (Quelle: Courtesy Everett Collection via www.imago-images.de/imago)

Entscheidend für die Abgrenzung zu anderen bekannten Arten waren mehrere Unterschiede. So zeigte eine Analyse der mitochondrialen DNA eine deutliche genetische Abweichung von rund 20 Prozent. Auch das Skelett unterscheidet sich: Die neue Art besitzt 36 Wirbel, verwandte Arten dagegen nur 32 bis 34. Zudem entdeckten die Forscher sternförmige Knochenstrukturen in der Haut, die bislang bei keiner anderen Art der Gattung beschrieben wurden.

Die Entdeckung zeigt nach Einschätzung der Wissenschaftler, dass selbst intensiv erforschte Regionen wie das Great Barrier Reef noch unbekannte Arten bergen könnten. Gerade gut getarnte Tiere wie diese besonderen Geisterpfeifenfische würden leicht übersehen – selbst dann, wenn sie bereits seit Jahren fotografiert werden.

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