Geisterflughafen in Europa

Warum diesen Flughafen bis heute niemand betreten darf


Aktualisiert am 18.07.2026Lesedauer: 3 Min.

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Am Flughafen Nikosia: Die Maschine der Cyprus Airways steht hier seit 50 Jahren. (Quelle: Copyright: xDreamstimexKiralyx v)

Mitten in der Hochsaison verwandelte sich der Flughafen Nikosia 1974 in ein Niemandsland. Seitdem ist von hier kein ziviles Flugzeug mehr gestartet.

An den Wänden hängen noch Werbeplakate aus den 1970er-Jahren, auf dem Rollfeld rostet ein Flugzeug vor sich hin, das nie wieder abheben wird. Der Flughafen Nikosia wirkt gespenstisch. Man sieht diesem besonderen Lost Place an, dass er damals fluchtartig verlassen wurde. Aber was war passiert?

Wer heute nach Zypern fliegt, landet meistens in Larnaka, hier befindet sich der größte und wichtigste Flughafen der Insel. Bis in die 1970er-Jahre hatte die inzwischen geteilte zypriotische Hauptstadt Nikosia einen eigenen Flughafen, den Nicosia International Airport. Doch seit dem 20. Juli 1974 ist hier kein ziviles Flugzeug mehr gestartet oder gelandet. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich der Flughafen in ein Niemandsland – und das mitten in der Hauptreisesaison.

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Ein Vorzeigeprojekt und sein jähes Ende

Dabei hatte der Flughafen einmal eine glänzende Zukunft vor sich. 1968 neu und für den zivilen Flugverkehr eröffnet, galt er bei seiner Einweihung als einer der modernsten der Region. Das deutsche Ingenieurbüro Dorsch und Gehrmann hatte ihn im Auftrag des jungen Staates Zypern entworfen – mit modernistischer Architektur, großzügigen Räumen und großen runden Oberlichtern in der Decke, durch die natürliches Licht ins Terminal flutete.

Für damalige Verhältnisse war er technisch fortschrittlich: Er verfügte über eine automatische Gepäckförderanlage, was zu dieser Zeit noch keine Selbstverständlichkeit war. Auf dem Vorfeld konnten bis zu elf Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden. Das Terminal bot Platz für bis zu 800 Passagiere.

Der Flughafen war das Tor zur Welt für eine Insel, die gerade aufblühte. Im Sommer 1974 erfreute sich Zypern eines regen Tourismus. Im Juni desselben Jahres wurden Ausbaupläne vorgestellt, die jedoch nicht mehr umgesetzt werden sollten.

1974 hob der letzte Linienflug ab

Am 15. Juli 1974 putschte die griechische Militärjunta gegen die zyprische Regierung, mit dem Ziel, Zypern an Griechenland anzuschließen. Der Flughafen wurde genutzt, um Truppen aus Griechenland einzufliegen. Unter den Touristen brach Panik aus, Tausende versuchten, die Insel zu verlassen. Fünf Tage später, am 20. Juli 1974, marschierten türkische Truppen ein. Es war der letzte Tag, an dem ein regulärer Linienflug in Nikosia landete.

Türkische Truppen wollten den strategisch wichtigen Flughafen einnehmen, um eigene Soldaten auf dem Luftweg nachführen zu können. Die zyprische Nationalgarde, unterstützt von griechischen Elitetruppen, leistete heftigen Widerstand. Der Angriff scheiterte und die vereinten Nationen griffen ein. Im August 1974 erklärten sie das Flughafengelände zur UN-Schutzzone.

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