Bis zu 20 Prozent Zinsen
Banken langen beim Dispo kräftig zu
23.03.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Dispokredit ist eine verlässliche finanzielle Notfallreserve. Doch eine neue Analyse zeigt: Diese Sicherheit kann überraschend teuer werden.
Für die meisten Bankkunden gehört der Dispokredit zum Alltag. Er hilft, kurzfristige Engpässe zu überbrücken oder größere Ausgaben zu stemmen. Doch dieser Komfort hat seinen Preis: Im Schnitt verlangen Banken aktuell 11,28 Prozent Zinsen, in der Spitze sogar bis zu 15,31 Prozent. Und wer seinen Disporahmen überschreitet, zahlt oft noch einmal drauf. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von mehr als 6.600 Girokonten auf Basis von BaFin-Daten. Doch wie teuer wird es wirklich – und welche Alternativen haben Sie?
Die Unterschiede zwischen den Banken sind groß, teuer ist der Dispo aber fast überall. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox verlangt aktuell die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit 15,31 Prozent den höchsten Dispozins. Dahinter folgen die Volksbank Nordharz mit 14,77 Prozent und die Sydbank mit 14,55 Prozent.
Auffällig: Unter den Kreditinstituten mit einem besonders teuren Dispo ist die vor allem in Dänemark und Norddeutschland aktive Sydbank die einzige Privatbank. Unter den 20 teuersten Anbietern dominieren Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Privatbanken spielen in dem Ranking nur eine Nebenrolle.
„Die Überziehung des Girokontos ist zwar praktisch, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken“, erklärt Finanzexperte und Verivox-Chef Oliver Maier. Doch diesen Service müssen Kunden „teuer bezahlen“.
Ein Disporahmen wird in der Regel individuell zwischen Bank und Kunde vereinbart und richtet sich nach Ihrer Bonität. Doch wer diesen Rahmen überschreitet, rutscht in die sogenannte geduldete Überziehung.
Und die wird oft noch teurer: Laut Verivox zahlen Kunden bei 45 Prozent aller Konten einen zusätzlichen Zinsaufschlag. Dieser liegt meist zwischen 2 und 6 Prozentpunkten, im Schnitt bei 4,25 Prozentpunkten. Das bedeutet: Aus ohnehin hohen Dispozinsen wird schnell eine noch größere Belastung.
Wie teuer es werden kann, zeigt ein Extrembeispiel: Bei der Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn fallen für die geduldete Überziehung bis zu 19,75 Prozent Zinsen an. Schon der reguläre Dispozins liegt dort mit 13,75 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.
Auch hier zeigt sich laut Verivox ein klares Muster wie beim Dispozins: Unter den teuersten Anbietern für die geduldete Überziehung dominieren Genossenschaftsbanken und Sparkassen.










