Ehrenamt beim Verein
Aufwandsentschädigung: Reiter erhält seit 2021 Geld vom FCB
05.03.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Dieter Reiter kassierte jahrelang Geld vom FC Bayern – ohne den Stadtrat zu informieren. Jetzt prüft seine eigene Rechtsabteilung, ob dies Konsequenzen haben könnte.
Dieter Reiter (SPD) hat offenbar jahrelang Geld vom FC Bayern erhalten. Den Stadtrat informierte er dabei nicht. Nachdem der Münchner Oberbürgermeister sich ob seines neuen Postens als Aufsichtsrat massiver Kritik ausgesetzt sieht, kam am Donnerstag (5. März) ein weiteres Detail ans Licht.
Reiter teilte mit, er habe seit Ende 2021 eine Aufwandsentschädigung von 10.000 Euro pro Halbjahr erhalten. Zu Beginn sei das Amt unvergütet gewesen. Seitdem erhalte er nach eigenen Angaben jährlich 20.000 Euro für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat.
Reiter betonte: „Die Aufwandsentschädigung wurde zu keinem Zeitpunkt von mir verheimlicht und selbstverständlich immer ordnungsgemäß versteuert. Insofern ist der Stadt oder dem Steuerzahler keinerlei Schaden entstanden.“ Zur fehlenden Genehmigung erklärte er: „Dass dadurch eine Genehmigung des Stadtrats notwendig gewesen wäre, war mir nicht bewusst.“
Laut FC Bayern übernahm Reiter Anfang Februar den Vorsitz des Verwaltungsbeirats als Nachfolger von Edmund Stoiber. Damit wurde er zugleich Mitglied im Aufsichtsrat. Seitdem steht die Frage im Raum, ob Reiter den Stadtrat hätte einbeziehen müssen. Diesen Sachverhalt prüft nun auch auf eigene Initiative die Rechtsabteilung des Bürgermeisters.
Florian Siekmann, Vorsitzender der Münchner Grünen, kritisierte Reiters Verhalten scharf. Er sagte: „Jedem städtischen Beamten sind die Gesetze für Nebentätigkeiten bestens bekannt. Für jahrelanges Kassieren ohne Genehmigung würde jeder Beamte hart zur Verantwortung gezogen werden.“
Siekmann wirft Reiter zudem vor, dass er reinen Tisch hätte machen können und dies am Mittwoch nicht getan habe. „Die Aufklärung im Stadtrat wurde zusätzlich von CSU und FDP verhindert.“
Laut der Fraktion von der Linken und der Partei liege in Reiters Vorgehen eine Verletzung des Beamtenrechts vor. Siekmann forderte: „Die Konsequenzen müssen jetzt von der Rechtsaufsicht geklärt werden.“
Reiter kündigte an, den Sachverhalt vor der nächsten Aufsichtsratssitzung rechtlich prüfen zu lassen. Am Sonntag kandidiert er für eine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister. Laut Umfragen lag er zuletzt deutlich vor seinen Mitbewerbern von Grünen und CSU.









