Regel Nummer 5: 500 Meter Abstand gewinnen!

Ist man unterwegs, gelte: „Mit Vollgas weg vom Rüssel.“ Der DWD empfiehlt, kurz die Richtung des Tornado zu beobachten und so schnell es geht in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen. „In etwa 500 Metern Abstand ist man außer Gefahr.“

Regel Nummer 6: Flach in eine Mulde legen!

„So weit weg von Bäumen wie irgend möglich. Irgendwo in einen Keller fliehen.“ Sei man beim Wandern: Ab in die Wiese oder die Felder, eine Senke oder Mulde suchen, flach mit dem Gesicht nach unten hinlegen und auf Glück hoffen. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes ziehen schwächere Tornados dann über einen hinweg „und die Gefahr ist so am geringsten, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden.“

Regel Nummer 7: Weg von Fahrzeugen!

Auch Autos böten bei höheren Tornadokategorien keine Sicherheit: „Es ist kein Schutz, es ist lebensgefährlich. Das Fahrzeug kann samt Insassen umherfliegen oder von Gegenständen getroffen werden.“

Nehmen Tornados in Deutschland zu?

„In Deutschland registrieren wir pro Jahr zwischen 20 und 60 Tornados“, erzählt der Wetterexperte des DWDs. „Die Zahl der registrierten Fälle hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, berichtet er, „aber nur, weil die Dunkelziffer abnimmt. Immer mehr Menschen melden und dokumentieren Tornados. Vor 20 Jahren war das noch nicht so, es gab ja noch keine Smartphones mit Internetzugang, Foto- und Videokamera.“

Das Kerngebiet der Tornadoentstehung auf der Erde ist der US-Bundesstaat Oklahoma im zentralen Süden der Vereinigten Staaten. „Dort entstehen jährlich auf nur einer Fläche von Hundert Quadratkilometern zehnmal so viele Tornados wie in ganz Deutschland“, berichtet der DWD.

Kann man einen Tornado vorhersagen?

Zuverlässige Prognosen, ob und wo genau sich ein Tornado bildet, sind schwer. Der Deutsche Wetterdienst kann zunächst nur ein Risikopotenzial für bis zu 36 Stunden im Voraus erkennen, erklärt der Experte. Es wird für eine bestimmte Region dann nur eine erhöhte Wahrscheinlichkeit festgestellt, dass Tornados in einem relativ großen Gebiet auftreten könnten.

Zielgenauere Vorhersagen für Kreise oder einzelne Orte seien nur möglich, wenn ein Beobachter den Meteorologen zeitnah mitteilt, dass schon ein Tornado oder eine Vorstufe, die sogenannten Trichterwolken, gesehen wurden, so Friedrich weiter. Das bedeute dann, dass schon innerhalb weniger Minuten ein weiterer Tornado auftreten könne.

Wie entsteht der Tornado?

Ein Tornado entsteht, wenn in einer Region eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, es am Boden warm und die Wolkenuntergrenze nicht höher als ein Kilometer ist. Ist es bei einer Gewitterfront oben sehr kalt und am Boden warm, entsteht ein massiver Luftdruckunterschied. Der warme, gasförmige Wasserdampf bewegt sich nach oben, dabei wird massiv Energie frei, die verwirbelt. Dazu entstehen oben und unten zwei Windrichtungen, eine „Windscherung“. Daraus bildet sich eine Rotation, die aufgrund der gewaltigen Energie sogar noch zunehmen kann.

Loading…

Loading…

Loading…

Share.
Exit mobile version