Bisher größte Studie zeigt

So unterschiedlich verläuft Parkinson bei Frauen und Männern


28.03.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 2 Min.

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Patientin mit Parkinson: Die Krankheit ist komplex und erfordert eine individuelle Behandlung. (Quelle: Inside Creative House/getty-images-bilder)

Parkinson trifft Millionen Menschen weltweit. Doch die Krankheit verläuft nicht bei allen gleich. Männer und Frauen entwickeln unterschiedliche Symptome.

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Dabei sterben Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist wichtig, um Bewegungen zu steuern. Fehlt dieser Stoff, kommt es zu typischen Beschwerden wie Zittern, verlangsamten Bewegungen oder Muskelsteifheit.

Doch die Krankheit betrifft nicht nur die Bewegung. Viele Betroffene leiden auch unter sogenannten nicht-motorischen Symptomen. Dazu zählen Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme oder Veränderungen der Stimmung. Diese Beschwerden sind oft weniger sichtbar, können den Alltag aber stark beeinträchtigen.

Ein internationales Forschungsteam hat knapp 11.000 Parkinson-Patienten in Australien untersucht. Die Ergebnisse, veröffentlicht in „The Lancet Regional Health“, liefern neue Einblicke, wie stark sich typische Parkinson-Symptome zwischen den Geschlechtern unterscheiden können.

Fast alle Betroffenen haben Schlafprobleme

Demnach berichten 96 Prozent der Teilnehmer über Schlafstörungen, etwa Einschlafprobleme oder starke Müdigkeit am Tag.

Auch andere Beschwerden treten häufig auf:

  • 66 Prozent leiden unter Schmerzen, ebenso viele unter Schwindel.
  • 65 Prozent berichten über Gedächtnisveränderungen.
  • 52 Prozent haben einen eingeschränkten Geruchssinn.

Diese Zahlen machen deutlich: Parkinson ist weit mehr als eine reine Bewegungsstörung.

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Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Insgesamt tritt Parkinson etwa 1,5-mal häufiger bei Männern auf. Frauen erkranken im Schnitt etwas früher. Bei ihnen beginnen die Symptome mit durchschnittlich 63,7 Jahren, bei Männern mit 64,4 Jahren. Auch die Diagnose erfolgt bei Frauen etwas früher.

Bei den Beschwerden zeigen sich laut Studie klare Unterschiede:

  • Frauen berichten häufiger über Schmerzen (70 Prozent gegenüber 63 Prozent bei Männern) und stürzen etwas öfter.
  • Männer hingegen haben öfter Gedächtnisprobleme (67 Prozent gegenüber 61 Prozent). Zudem zeigen sie häufiger impulsives Verhalten. Dazu zählt etwa ein gesteigertes, schwer kontrollierbares Verhalten – zum Beispiel im Umgang mit Geld oder Sexualität.

Gene und Umwelt beeinflussen das Risiko

Die Studie gibt auch Hinweise auf mögliche Ursachen. Ein Viertel der Teilnehmer hatte eine familiäre Vorbelastung. Dennoch gehen Experten davon aus, dass nur 10 bis 15 Prozent der Fälle stark genetisch bedingt sind.

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Viel häufiger spielt eine Kombination aus Genen, Umwelt und Alter eine Rolle. So berichten 36 Prozent der Betroffenen über Kontakt mit Pestiziden, also chemischen Pflanzenschutzmitteln. 16 Prozent hatten zuvor eine Kopfverletzung. Auch bestimmte Berufe, etwa in der Landwirtschaft oder Industrie, erhöhen das Parkinson-Risiko.

Parkinson ist keine einheitliche Krankheit

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Parkinson sehr unterschiedlich verlaufen kann. Symptome, Beginn und Verlauf hängen unter anderem vom Geschlecht ab. Die Forscher betonen, dass dieses Wissen helfen kann, die Krankheit früher zu erkennen und gezielter zu behandeln. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass weitere Studien nötig sind, um die Unterschiede besser zu verstehen.

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