Hier sollen alle technischen Anlagen erneuert werden. Das betrifft Heizung, Lüftung, Sanitär, Beleuchtung, elektrische Installation, Informations- und Medientechnik, Veranstaltungstechnik, Küchentechnik, Trinkwasserversorgung, Aufzüge und Sicherheitstechnik. Die Barrierefreiheit soll ebenfalls verbessert werden.
Im Bundespräsidialamt muss knapp drei Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung vor allem der Brandschutz auf den heutigen Stand gebracht werden. Auch die komplette Gebäudetechnik und die zentrale Versorgungsinfrastruktur werden erneuert. Das Gebäude braucht zudem eine moderne Notstromversorgung. Künftig sollen alle Gebäude fast klimaneutral betrieben werden. Ermöglichen sollen dies eine neue Geothermie-Anlage und der Einsatz von Photovoltaik.
Für Bundespräsident Steinmeier bedeutet dies alles: Er muss im Sommer von Schloss Bellevue in den nicht weit entfernten Ausweichbau umziehen. Dies sollte eigentlich bereits jetzt im März geschehen. Doch der sechsgeschossige Bau mit Büros in Holzmodulbauweise wurde nicht rechtzeitig fertig. Ursprüngliche Überlegungen sahen sogar vor, dass Steinmeier bereits zur Mitte seiner zweiten Amtszeit Schloss Bellevue verlässt, um sich mit seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger die Last zu teilen. Das wäre vor eineinhalb Jahren gewesen.
Privat ist Steinmeier nicht von dem erzwungenen Umzug betroffen. Er wohnt mit seiner Frau Elke Büdenbender in einer Dienstvilla in Berlin-Dahlem. Der einzige Bundespräsident, der auch im Schloss Bellevue wohnte, war Roman Herzog in seiner Amtszeit von 1994 bis 1999. Bei einer Sanierung 2004/2005 wurden aus der Wohnung wieder Arbeitsräume. Herzog soll das Schloss eine „Bruchbude“ genannt haben, weil damals immer wieder auch Strom und Wasser ausfielen.
Das Bundespräsidialamt betonte, das Staatsoberhaupt bleibe während der gesamten Sanierungszeit „uneingeschränkt handlungsfähig“. An seinem Übergangssitz sollen zum Beispiel auch Staatsgäste empfangen werden. Außerdem hofft das Bundespräsidialamt, dass sich die Projektlaufzeit durch „planerische, vertragliche und organisatorische Maßnahmen“ noch verkürzen lässt.
Anmerkung: In einer früheren Version des Vorspanns zu diesem Text hieß es, Frank-Walter Steinmeier habe Schloss Bellevue „Bruchbude“ genannt. Es war jedoch Roman Herzog. Wir haben den Fehler korrigiert.
