Fraport-Chef äußert sich

Bedroht die Kerosin-Krise noch den Sommerurlaub?


Aktualisiert am 27.05.2026 – 10:14 UhrLesedauer: 3 Min.

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Landung am BER (Archivbild): Prognosen zur drohenden Kerosinknappheit sind oft vage und widersprüchlich. (Quelle: IMAGO/Jochen Eckel)

Die Blockade der Straße von Hormus bedroht Europas Kerosinversorgung. Nun melden sich Flughafenbetreiber, Experten und Umweltschützer mit gegensätzlichen Einschätzungen zu Wort.

Vor rund einem Monat sprach die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris eine Warnung aus, die vielerorts Regierungen, Reiseunternehmen und auch Urlauber vor der kommenden Reisesaison wohl in große Unruhe versetzte. Damals hieß es, dass es aufgrund des Iran-Kriegs und der damit zusammenhängenden Blockade der Straße von Hormus, durch die rund 30 Prozent des europäischen Kerosinbedarfs importiert werden, binnen sechs Wochen zu einer Knappheit bei dem Flugbenzin kommen könnte.

Nach Einschätzung des Chefs des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, gibt es derzeit allerdings keinen Grund zur Sorge. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ erklärt der 66-Jährige, dass Deutschland, wie auch Europa, in den nächsten Monaten ausreichend mit Kerosin versorgt sei, womöglich sogar bis zum Jahresende.

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Auch die Sorge mancher Urlauber vor kurzfristigen Stornierungen durch die Fluggesellschaften hält er für unbegründet. Ebenso unwahrscheinlich sei es, dass Reisende in Regionen mit Engpässen festsitzen. Gleichzeitig lobt er Länder wie Indien und China, die auch wirtschaftlich unter der Blockade der Straße von Hormus leiden, jedoch „sehr professionell durch Anlegen von Reserven mit der Situation umgehen“, so der Fraport-Chef.

Studie: 20 bis 30 Prozent des Kerosins gefährdet

Prognosen zur drohenden Kerosinknappheit bleiben jedoch vage und widersprüchlich. So hat gleichzeitig der deutsche Ölmarkt-Experte Steffen Bukold in einer Studie im Auftrag von Greenpeace errechnet, dass sehr wohl 20 bis 30 Prozent der deutschen Kerosinversorgung ab Juni gefährdet sind, sollte die Meerenge im Krieg der USA und Israels gegen den Iran weiter geschlossen bleiben.

Die Airlines, die primär von der Knappheit betroffen sind, fordern unterdessen neue Subventionen und Preisvergünstigungen für ihre Branche, um die Folgen der Krise abfedern zu können. Der europäische Branchenverband, zu dem auch die Lufthansa gehört, plädiert beispielsweise dafür, den CO2-Preis, also die Abgabesteuer für das Ausstoßen von Treibhausgasen, auszusetzen.

Um eine Wiederöffnung der Straße von Hormus wird weiter verhandelt. (Archivbild) (Quelle: -/kyodo/dpa/dpa-bilder)

Umweltorganisationen wie Greenpeace halten diesen Vorschlag für wenig effektiv und kritisieren, dass durch weitere Subventionierungen der Luftfahrt unnötig Steuergelder verprasst würden. Sie haben eigene Maßnahmen zur Reduzierung des Kerosinverbrauchs prüfen lassen. Die Ergebnisse überraschen. Die Organisation kommt zum Schluss, dass das höchste Einsparpotenzial darin liege, kurzzeitig Flüge in der „Business- oder First Class“ zu streichen und sich in Krisenzeiten darauf zu verständigen, dass alle Passagiere einen Platz in der Holzklasse belegen.

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