„Wir haben das erste F1-Auto von Audi mit unserem eigenen Antrieb gebaut und dann eines der umfangreichsten Wintertest-Programme der letzten Jahre komplettiert“, sagte indes Teamchef Jonathan Wheatley vor dem Saisonstart in Australien. Das Projekt komme immer weiter in Fahrt. „Wir haben auch die erste Stufe unserer ambitionierten Renovierungen erledigt, die wir für Hinwil (der Ort in der Schweiz ist neben dem bayerischen Neuburg und Bicester in England einer der drei Audi-Stützpunkte, Anm. d. Red.) geplant haben.“ Sie machen Ernst.
Wheatley sagte weiter: „Wir haben große, ambitionierte Ziele. Daraus machen wir kein Geheimnis. Zwei Jahre geben wir uns Zeit zum Lernen, dann wollen wir die etablierten Teams herausfordern.“ Wie Binotto bringt auch Wheatley langjährige Formel-1-Erfahrung mit, war schon zu Zeiten der ersten zwei WM-Titel von Michael Schumacher (1994 und 1995) Mechaniker bei Benetton, wechselte 2006 zu Red Bull, wurde dort prägende Figur hinter zahlreichen WM-Erfolgen – und ist nun bei Audi Teamchef.
Der ganzen Marke „Audi in der Formel 1“ soll die Etablierung gelingen. „Wir wollen im ersten Jahr erreichen, dass die Leute uns kennen, dass die Leute wissen, wofür Audi in der Formel 1 steht“ sagte Marketingchef Stefano Battiston am Rande der Audi-Teampräsentation in Berlin vor wenigen Wochen im Gespräch mit t-online. „Wir möchten eine Community aufbauen, in der wir Fans teilhaben lassen können. Wenn wir das nach unserer ersten Saison geschafft haben, dann ist aus Marketing-Sicht schon einiges erreicht.“
Dass das eine hehre Aufgabe ist, weiß Battiston. „Wir starten als Herausforderer. Wir passen uns an. Das Ziel ist, kompetitiv zu werden, dass uns die Zuschauer wahrnehmen, dass uns die Konkurrenz wahrnimmt, dass uns die Öffentlichkeit wahrnimmt.“
Auch durch den Look des neuen Rennstalls. „Mit der Teamwear werden die Fans am besten erreicht. Das ist das, was sie tragen, was sie fühlen. Das ist unsere Identität“, erklärte Battiston weiter. Um das Formel-1-Team auch als Marke zu etablieren, hat Audi dafür einen hochkarätigen Partner gewonnen: Sportartikelhersteller Adidas rüstet den Rennstall mit Teamkleidung aus, die im Handel erhältliche Kollektion umfasst Jacken, Oberteile, Schuhe, Mützen und mehr. In Berlin wurden sowohl das Auto als auch die Rennanzüge und die Kleidung der Boxencrew vorgestellt. Die Farbpalette reicht von Grau über Schwarz und Braun bis zu einem kräftigen „Lava-Rot“. „Ziel ist, dass eines Tages auf der ganzen Welt Fans mit Stolz unsere Teamkleidung tragen“, hofft der Schweizer.
