Shopping ohne Klick
Visa testet den Handel der Zukunft
Aktualisiert am 21.03.2026 – 12:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Visa testet KI-Agenten, die selbstständig für Sie einkaufen. Was nach Zukunft klingt, wirft bei vielen Verbrauchern vor allem eine Frage auf: Wie sicher ist das?
Der Zahlungsdienstleister Visa treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Handel voran. Gemeinsam mit Partnerbanken wie der Commerzbank und der DZ Bank testet das Unternehmen, wie sogenannte KI-Agenten künftig selbstständig für Verbraucherinnen und Verbraucher einkaufen und bezahlen können. Im Programm „Visa Agentic Ready“ werden diese Prozesse erstmals unter realistischen Bedingungen erprobt.
Die Idee: Eine KI kennt Wünsche, sucht passende Produkte und schließt den Kauf eigenständig ab. Doch viele Verbraucher stehen dem noch skeptisch gegenüber. Wie sicher ist es wirklich, wenn eine Maschine für Sie Geld ausgibt?
Beim sogenannten agentischen Handel übernimmt eine KI zentrale Aufgaben des Einkaufens. Sie recherchiert Produkte, vergleicht Preise, prüft Bewertungen und kann den Kauf direkt abschließen – oft ohne Ihr Zutun. In der Praxis läuft das meist über Apps: Sie geben der KI einmal Zugriff und hinterlegen Ihre Wünsche, etwa Marke, Stil oder Budget. Die KI nutzt diese Informationen, loggt sich in Shops ein und wickelt Zahlungen ab.
Ein Beispiel: Sie suchen ein bestimmtes Produkt mit klaren Anforderungen. Der KI-Agent filtert passende Angebote, vergleicht Preis und Qualität und bestellt automatisch das beste Angebot. Dabei behalten Sie die Kontrolle über das Budget. Ohne Limit optimiert die KI auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit festgelegter Grenze bleibt sie strikt innerhalb Ihres Rahmens und berücksichtigt etwa Rabatte.
Noch steht und fällt der Erfolg mit dem Vertrauen der Nutzer. „Zunächst gehe es darum, Erfahrungen mit KI-gesteuerten Transaktionen zu sammeln und Vertrauen zu schaffen“, sagt Tobias Czekalla, Deutschlandchef von Visa.
Eine Umfrage des Finanzdienstleisters Riverty und der Finanztechnologie-Plattform Adyen zeigt: Grundsätzlich sind viele Verbraucher offen für KI-Einkaufsassistenten – aber mit klaren Grenzen.
Jeder Zweite würde einem KI-Agenten maximal 50 Euro pro Monat anvertrauen. Nur knapp jeder Vierte erlaubt bis zu 100 Euro, 15 Prozent würden bis 250 Euro gehen. Besonders wichtig ist den Nutzern die Kontrolle: 93 Prozent wollen jederzeit Einblick haben und Käufe stoppen können. Fast jeder Zweite wünscht sich sogar, dass ein Mensch jeden Kauf final bestätigt.
Visa setzt deshalb stark auf Sicherheitsmechanismen. Laut Angaben des Unternehmens liegt der Fokus in der ersten Testphase darauf, dass KI-basierte Zahlungen zuverlässig und sicher funktionieren – auch im großen Maßstab.
