Sich das Wachstumshormon im Alter mit dem Wunsch nach Anti-Aging künstlich spritzen zu lassen, birgt allerdings vielleicht die Gefahr der Stimulation von Krebs und steigert das Diabetes-Risiko. Der Chronobiologie ist also der alte Spruch tatsächlich am liebsten: „Frühstücke wie ein Kaiser, iss mittags wie ein König und abends wie ein Bettler!“ Morgens gerne dann auch komplexe Kohlenhydrate (also keinen Zucker und Weißmehl, sondern Vollkorn, Obst, Gemüse), da ist das Insulin natürlicherweise am höchsten. Am Abend dann eher auf Gemüse und Eiweiß setzen.

Eine andere Variante des Intervallfastens folgt der 5 : 2-Methode: Hier isst man an fünf Wochentagen normal, an den beiden übrigen wird die Kalorienzahl drastisch heruntergeschraubt, auf gerade mal 500 bis 600 kcal, also weit unter dem Grundumsatz, der bei Frauen durchschnittlich bei 1400 kcal, bei Männern bei 1600 kcal am Tag liegt. Alternativ kann man alternierend fasten, also im Wechsel einen Tag normal essen, am nächsten dann mit reduzierter Kalorienzahl von 500 bis 600 kcal, dann wieder normal und so weiter.

Während des Intervallfastens sind nur Wasser und ungesüßte Tees oder Kaffee erlaubt, ohne einen Schuss Milch oder Süßstoffe, die im Gehirn Einfluss auf den Stoffwechsel ausüben könnten. Beim intermittierenden Fasten fühlen sich manche gestresst oder essen kompensatorisch bei den Mahlzeiten mehr, dann nutzt das Ganze eher nicht. Für echte Autophagie ist die Zeit außerdem zu kurz. Dazu muss man 48 bis 72 Stunden im Fastenmodus bleiben.

Das Verfahren aus der Naturheilkunde wurde ursprünglich genutzt, um stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Fettleber zu lindern. Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Rheuma oder an der Haut – Ekzeme oder Schuppenflechte – lassen sich so behandeln. Neurodermitis, Allergien, Migräne und Süchte sind weitere Indikationen. Ärztlich betreut (!) können auch Krebspatienten fasten, und es gibt Anhaltspunkte dafür, dass es den Erfolg etwa einer Chemotherapie unterstützen kann oder deren Nebenwirkungen lindert.

Um bei krankheitsbedingt bereits stark gewichtsreduzierten Patienten einem weiteren zu starken Kalorienverlust vorzubeugen, ist das Scheinfasten möglicherweise die bessere Option (siehe nächster Absatz), da hier mehr Kalorien erlaubt sind. Generell gilt, dass Heilfasten unbedingt unter ärztlicher Betreuung ablaufen sollte, wenn bei Ihnen eine Krankheit vorliegt. Ärzte müssen die Medikamenteneinnahme anpassen, und die Patienten sollten Schulungen zu Ernährung, Bewegung oder Entspannungsverfahren erhalten.

Diese sehr zeitgemäße und interessante Art des Fastens geht auf den amerikanischen Gerontologen Valter D. Longo zurück: Man imitiert stoffwechseltechnisch echtes Fasten, nimmt aber mehr Kalorien zu sich, nämlich etwa 800 bis 1100 kcal am Tag. Dabei verzichtet man auf Zucker und tierisches Eiweiß. Damit wird der Zellschalter mTor, ein Protein, quasi ausgeknipst oder zumindest gedämpft. Kommen Eiweiß und Zucker daher, erteilt mTor den Zellen den Befehl zur Teilung, schließlich wurden ja gerade aufbauende Nährstoffe angeliefert. Damit Autophagie stattfinden kann, darf mTor also nicht aktiviert sein. Auch das Wachstumshormon IgF-1 bleibt auf niedrigem Niveau, wenn Zucker und Eiweiß fehlen.

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