Dank ans Publikum

München trauert um Adorf – hier begann seine Weltkarriere

09.04.2026 – 10:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Mario Adorf (Archivbild): Der Schauspieler wurde 95 Jahre alt. (Quelle: IMAGO / Panama Pictures)

Mario Adorf prägte das deutsche Kino über Jahrzehnte – und blieb München stets eng verbunden. Nun ist der Schauspieler im Alter von 95 Jahren verstorben.

Schauspiellegende Mario Adorf ist im Alter von 95 Jahren nach kurzer Krankheit am 8. April in seiner Pariser Wohnung verstorben. Die Todesmeldung bestätigte sein Management der „Bild“. Demnach habe sein Manager Michael Stark ihn kurz zuvor noch besucht. Ihm habe er mitgegeben, dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanke. Mario Adorfs Karriere und sein Leben waren über Jahrzehnte hinweg eng mit München verknüpft.

Geboren in Zürich, absolvierte er in der bayerischen Landeshauptstadt in den 1950er Jahren seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule, die als eine der renommiertesten Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum gilt. Von München aus nahm seine Karriere Fahrt auf – eine Laufbahn, die ihn später weit über Deutschland hinaus bekannt machen sollte.

In München legte er die Grundlagen für seine große Karriere mit einer enormen Bandbreite an Rollen. Regisseure wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl oder Dieter Wedel wollten den Darsteller, der Bösewichte ebenso eindrücklich spielen konnte wie Patriarchen, eitle Gecken oder Feingeister.

Adorf zählte zu den profiliertesten Charakterdarstellern in Kino, Fernsehen und auf der Bühne. Er spielte in den vergangenen Jahrzehnten in Filmen und Serien wie „Die Blechtrommel“, „Das Mädchen Rosemarie“, „Rossini“, „Kir Royal“ und „Der große Bellheim“ mit.

Auch vor der Kamera spielte München früh eine Rolle. Bereits in den 1950er Jahren stand Adorf hier für Filmproduktionen vor der Kamera, unter anderem 1959 in den Geiselgasteig-Studios. Die Stadt blieb für ihn damit nicht nur Ausbildungsort, sondern auch wichtiger Produktionsstandort.

Trotz seiner internationalen Karriere sei Adorf München stets verbunden geblieben. Immer wieder kehrte er für Theaterauftritte zurück, etwa an die Münchner Kammerspiele, wo er den direkten Kontakt zum Publikum suchte. Neben seinen Wohnorten in Rom und Paris hat München damit einen festen Platz in seinem Leben behalten.

Auch gesellschaftlich blieb er präsent: Der Deutsche Filmball galt als einer seiner regelmäßigen Termine. Noch 2020 hatte er dort teilgenommen und damit seine Verbundenheit zur deutschen Filmszene in München unterstrichen.

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