Krankheit der tausend Gesichter
So macht sich Multiple Sklerose bemerkbar
Aktualisiert am 18.02.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 4 Min.
Sehstörungen, Erschöpfung und Sensibilitätsstörungen sind häufige Erstsymptome einer Multiplen Sklerose. Welche Symptome die Autoimmunkrankheit noch zeigt.
Multiple Sklerose ist die häufigste autoimmun vermittelte chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen im zentralen Nervensystem an, genauer: die schützende Hülle der Nervenfasern, die sogenannte Myelinscheide. Als Folge entstehen im Gehirn und Rückenmark Entzündungen. Diese Entzündungsprozesse sowie die Schäden an der Nervenfaserhülle und im weiteren Verlauf an den darunterliegenden Nerven können eine Vielzahl schwerwiegender Symptome verursachen.
Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch-entzündliche, unheilbare Autoimmunerkrankung. Immunzellen des Körpers richten sich irrtümlicherweise gegen körpereigenes Gewebe und greifen die Umhüllung der Nerven (Myelinscheiden) im Gehirn und im Rückenmark an. Auch die Nervenfasern (Axone) selbst können infolge der Entzündungsprozesse Schaden nehmen. Die Erkrankung tritt zu Beginn häufig in Schüben auf, kann aber auch chronisch voranschreiten.
Nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. sind bundesweit rund 300.000 Menschen von MS betroffen. Jährlich erhalten in Deutschland um die 15.000 Menschen die Diagnose Multiple Sklerose.
Die Symptome der MS entstehen, wenn die angegriffenen Nerven in den betroffenen Bereichen des Gehirns oder des Rückenmarks die elektrischen Signale nur noch langsam oder gar nicht mehr weiterleiten können.
Je nachdem, welche Bereiche betroffen und wie stark die Myelinscheiden und die Nervenfasern beschädigt sind, treten bei MS-Betroffenen unterschiedliche Symptome auf. Diese nehmen im Verlauf der Erkrankung meist zu, wenn die Schädigungen fortschreiten.
Drei häufige Erstsymptome
Zu den drei häufigen Erstsymptomen gehören:
Die Erstsymptome müssen nicht immer stark ausgeprägt sein und können schnell wieder verschwinden. Häufig treten die Symptome in sogenannten Schüben auf, die mindestens 24 Stunden andauern und sich über einen Zeitraum von etwa drei Wochen entwickeln. Dann bilden sie sich teilweise oder vollkommen zurück, bis der nächste Schub mit neuen Symptomen auftritt.
Zu den häufigen Erstsymptomen gehören einseitige Sehstörungen. Laut den Berufsverbänden für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland kommt es bei etwa 30 Prozent der Patienten als erstes Anzeichen zu Sehstörungen infolge einer Entzündung der Sehnerven (Optikusneuritis). Hierbei entsteht entweder im Zentrum des Blickfeldes eines Auges ein Sehausfall, oder der Betroffene sieht nur getrübt, wie durch Nebel oder eine Milchglasscheibe. Gelegentlich werden auch Doppelbilder gesehen.











