Sechs Tage bis zum Preissprung

Wann Sie jetzt noch günstig tanken sollten


24.06.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Preissprung an den Tankstellen: Mit dem Ende des Steuernachlasses wird der Sprit wieder deutlich teurer. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Undesser)

An Deutschlands Zapfsäulen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wie Sie die letzten günstigen Stunden des Tankrabatts nutzen können und welche Tricks Tankstellen jetzt anwenden.

Am 1. Juli endet der zweimonatige Tankrabatt. Die Steuererleichterung, die den Kraftstoffpreis gedrückt hat, wird nicht verlängert. Doch die Preise steigen nicht sofort. Warum das so ist, wie Sie jetzt noch sparen können und was sich hinter den Kulissen abspielt.

Warum die Preise nicht sofort steigen

Ab Juli gilt wieder der reguläre Steuersatz für Kraftstoffe. Das bedeutet eine rechnerische Erhöhung um 16,7 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer. Der große Preissprung erfolgt jedoch nicht pünktlich um Mitternacht. Grund dafür sind zwei Faktoren: eine gesetzliche Regelung und die wirtschaftliche Praxis der Tankstellen.

Die sogenannte 12-Uhr-Regel schreibt vor, dass Tankstellen ihre Preise erst ab Mittag anheben dürfen. Dadurch wird die Steuererhöhung nicht sofort in den Verkaufspreisen sichtbar. Hinzu kommt, dass viele Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch rabattiert eingekauften Kraftstoff vorrätig haben. Das könnte die Preisanpassung verzögern.

Experten erwarten daher zwei Strategien: Einige Anbieter könnten die Preise bereits am Nachmittag des 30. Juni erhöhen, um die Umstellung vorzubereiten. Die Mehrheit wird jedoch erst am 1. Juli um 12 Uhr reagieren, wenn die gesetzliche Regelung greift und die günstigeren Vorräte aufgebraucht sind.

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Wann Tanken sinnvoll ist

Wer vorher noch einmal sparen möchte, sollte am späten Vormittag des 29. Juni tanken. Vorsicht: Wer zu knapp kalkuliert, riskiert lange Warteschlangen, da viele Autofahrer die letzten günstigen Stunden nutzen werden.

Diesel-Fahrer sollten besonders wachsam sein. Hier könnte die Zwei-Euro-Marke schneller erreicht werden, da Diesel stärker von internationalen Preisschwankungen betroffen ist. Super E10 wird voraussichtlich darunter bleiben, während es bei Superbenzin (E5) knapp werden könnte.

Die Preisprognose für Juli

Marktexperten erwarten ab dem 1. Juli diese Preise:

  • Super E10: 2,08 Euro bis 2,13 Euro.
  • Super E5: 2,13 Euro bis 2,18 Euro.
  • Diesel: 2,06 Euro bis 2,11 Euro.

Hinweis zur Prognose

Die genannten Preise sind Berechnungen auf Basis der aktuellen Marktlage und des anstehenden Steueraufschlags. Unvorhersehbare Entwicklungen an der Straße von Hormus oder plötzliche Marktreaktionen der Ölkonzerne können die tatsächlichen Preise im Juli stark beeinflussen.

Ein Rabatt mit hohen Kosten

Der Tankrabatt hat den Bund 1,6 Milliarden Euro gekostet. Doch haben die Autofahrer wirklich profitiert? Laut der Monopolkommission und dem Ifo-Institut kam ein Teil der Steuervergünstigung nicht bei den Verbrauchern an. Die Tankstellen hätten die Preise künstlich hochgehalten, um ihre Gewinnmargen zu sichern. Allein in den ersten sechs Wochen sollen 100 bis 200 Millionen Euro der Steuerentlastung nicht weitergegeben worden sein.

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