Bargeld abheben

Banken setzen am Automaten auf 30-Sekunden-Regel


Aktualisiert am 07.06.2026 – 13:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Erst die Karte entnehmen, dann das Geld: Das System zwingt Nutzer zu dieser Reihenfolge. (Quelle: milorad kravic/getty-images-bilder)

Beim Bargeldabheben am Automaten ist eines immer gleich: Die Karte kommt vor dem Bargeld raus. Aber warum eigentlich?

Wer Bargeld am Geldautomaten abhebt, kennt das: Nach Eingabe der gewünschten Bargeldsumme und der PINs kommt zunächst die Karte wieder aus dem Automaten – erst anschließend das Geld. Aber warum ist das so?

„An Geldautomaten in Deutschland wird die Karte vor dem Bargeld ausgegeben, um zu verhindern, dass Kundinnen und Kunden ihre Karte vergessen“, sagt Kartenexperte Matthias Lange vom Bundesverband deutscher Banken. „Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Wenn zuerst das Geld kommt, konzentrieren sich viele darauf und lassen eher die Karte im Automaten zurück.“

  • Limit am Geldautomat: So viel können Sie abheben
  • Geldautomat gibt zu wenig Geld aus: Was können Sie tun?

Zu langes Zögern führt zu Kartenverlust

Kommt zuerst die Karte wieder aus dem Schacht, sind Kundinnen und Kunden gezwungen, diese zunächst zu entnehmen, ehe sie an das eigentliche Ziel ihres Vorhabens kommen: das Bargeld. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eines von beidem vergessen wird. Wird die Karte nicht entnommen, wird auch das Bargeld gar nicht erst ausgegeben.

Das führt dann aber zu weiteren Konsequenzen: Wird die Karte nicht innerhalb einer bestimmten Zeit entnommen, wird sie eingezogen. Meist bleiben Kundinnen und Kunden dafür 30 Sekunden Zeit. „Da die Angestellten in den Filialen in der Regel keinen Zugriff auf die Geldautomaten haben, ist es auch in diesem Fall nicht möglich, die Karte einfach wieder auszuhändigen“, sagt Matthias Lange. Kundinnen und Kunden müssen dann eine Ersatzkarte bei ihrer Bank bestellen.

  • Kartenzahlung: Wann brauchen Sie eine PIN, wann eine Unterschrift?

So viel Zeit haben Sie, um Geldscheine zu entnehmen

Doch nicht nur die Karte kann verloren gehen. Auch beim Bargeld selbst sollte man sich nicht ewig Zeit lassen. Wer die ausgezahlten Scheine nicht rechtzeitig aus dem Ausgabefach nimmt, riskiert ebenfalls, leer auszugehen.

Nach Angaben der Sparkassen ziehen Geldautomaten nicht entnommenes Bargeld in der Regel nach 20 bis 30 Sekunden automatisch wieder ein. Der Vorgang wird dabei protokolliert. Banken gleichen anschließend die Bargeldbestände im Automaten mit den Buchungen ab. In solchen Fällen wird der Betrag Kunden automatisch wieder auf dem Konto gutgeschrieben.

Und wenn der nächste Kunde das Geld nimmt?

Wer bemerkt, dass er das Geld im Automaten vergessen hat, sollte dennoch möglichst schnell seine Bank informieren und dabei Uhrzeit, Standort des Automaten und den abgehobenen Betrag nennen. Erfolgt keine automatische Gutschrift, kann eine Rückbuchung beantragt werden.

Komplizierter wird es, wenn die nächste Person am Automaten die liegengebliebenen Scheine an sich nimmt. Dann kann die Bank nicht ohne Weiteres nachvollziehen, wer das Geld entnommen hat. Unter Umständen helfen jedoch Nutzungsdaten des Automaten oder vorhandene Videoaufzeichnungen bei der Aufklärung. Betroffene sollten in diesem Fall neben ihrer Bank auch die Polizei informieren.

Share.
Exit mobile version