Streit über Militär-Deal

Claude verdrängt ChatGPT – so gelingt der Wechsel


06.03.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 3 Min.

KI-App Claude: Der Wechsel von ChatGPT ist in wenigen Schritten möglich. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Nach OpenAIs umstrittenem Deal mit dem US-Militär strömen Nutzer zu Claude. Wie der Wechsel von ChatGPT gelingt – und welche Unterschiede es gibt.

Der KI-Assistent Claude hat in den USA und anderen Ländern die Spitze der App-Store-Charts erreicht und dabei ChatGPT hinter sich gelassen. Auslöser war ein Streit über die Kooperation von OpenAI mit dem US-Verteidigungsministerium, der viele Nutzer zur Suche nach Alternativen bewog. Anthropic, das hinter Claude steckt, lehnte nach eigenen Angaben eine vergleichbare Vereinbarung mit dem Militär ab.

Wer einen Wechsel erwägt, sollte zunächst prüfen, welche Funktionen die drei großen Chatbots in ihren kostenlosen Versionen bieten. Text- und Audiochats sowie die Analyse von Fotos und die Erstellung von Programmiercode stehen bei ChatGPT, Claude und Googles Gemini gleichermaßen zur Verfügung.

Es gibt jedoch Unterschiede: Bildgenerierung und Videoanalyse bieten ChatGPT und Gemini an, Claude hingegen nicht. Das größte sogenannte Kontextfenster – also die Datenmenge, die ein KI-Modell in einem Durchgang verarbeiten kann – hat nach aktuellem Stand Gemini.

Wer die Modelle in standardisierten Tests gegenüberstellt, erkennt je nach Aufgabe unterschiedliche Stärken. So gilt Claude in vielen Vergleichen als besonders stark beim Programmieren sowie beim Textverständnis und strukturierten Schreiben, Gemini überzeugt bei mathematischen und logischen Aufgaben, bei der Verarbeitung sehr langer Texte sowie bei aktuellen Wissensfragen.

ChatGPT hingegen schneidet bei kreativen Aufgaben und als vielseitiger Allrounder gut ab. Da die Anbieter ihre Modelle regelmäßig aktualisieren, können sich diese Einschätzungen schnell verschieben.

Eine praktische Hilfe für den Umstieg hat Anthropic mit dem sogenannten Memory-Import geschaffen. KI-Assistenten speichern im Hintergrund Informationen über Vorlieben, Arbeitsweisen und persönliche Angaben – damit Antworten besser auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden können. Bislang bedeutete ein Anbieterwechsel, dass diese Kontextinformationen verloren gingen und das neue Modell von Grund auf neu trainiert werden musste.

Der Memory-Import löst dieses Problem: Nutzer können ihr gespeichertes Profil aus einem anderen KI-Dienst exportieren und direkt in Claude einlesen. Die Funktion stand zunächst nur zahlenden Nutzern offen. Inzwischen hat Anthropic sie auch für die kostenlose Variante freigegeben.

Share.
Exit mobile version