Cybertrading Fraud

Falsche Versprechen, echte Verluste – Anlagebetrug im Netz


03.07.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 2 Min.

„Schnelles Geld“ auf Tastendruck: Hohe Renditeversprechen sollten zu denken geben. (Quelle: Steinach/imago)

Betrüger locken mit schnellem Geld und hohen Renditen – und räumen am Ende die Konten leer. Wie viele auf die Masche hereinfallen und wie man sich schützt.

Im vergangenen Jahr sind vielen Internetnutzern betrügerische Anlageangebote begegnet. Laut einer Umfrage des Instituts YouGov für die Initiative Sicher Handeln (ISH) haben fast vier von zehn Befragten (39 Prozent) im Netz Werbung für schnelle oder besonders einfache Gewinne gesehen.

Am häufigsten tauchten die Angebote demnach in der Werbung sozialer Netzwerke auf (22 Prozent), gefolgt von Videoplattformen wie YouTube oder TikTok (17 Prozent) und Werbung auf anderen Webseiten (12 Prozent). Dahinter steckt der ISH zufolge organisierter Anlagebetrug, den Fachleute „Cybertrading Fraud“ nennen: Kriminelle werben mit gefälschten Finanzprodukten, Aktien oder Kryptowährungen. Wer investiert, verliert sein Geld meist vollständig.

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Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) würde sich auf kein Angebot einlassen, so verlockend es auch klingt. Die Umfrage zeigt aber auch Einfallstore: Jeder Fünfte (20 Prozent) würde ein Angebot prüfen, wenn der Anbieter eine Rückzahlung des Geldes garantiert. Zwölf Prozent würden hinsehen, wenn Freunde in sozialen Netzwerken davon berichten.

Jüngere erkennen Warnsignale seltener

Extrem hohe Renditen weit über dem Marktniveau werten 61 Prozent aller Befragten als Warnsignal, ebenso viele den künstlichen Zeitdruck einer Anzeige. Nimmt man beide Warnsignale zusammen, erkennen drei von zehn Befragten (30 Prozent) keines davon.

Methodik und Hintergrund

Für die Umfrage wurden im Mai und Juni 2026 rund 2.040 Menschen ab 18 Jahren befragt. Die Initiative Sicher Handeln wurde 2023 gegründet, um Verbraucher über Onlinebetrug aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sie sich davor schützen können. Sie wird von Organisationen wie der Polizeilichen Kriminalprävention, Deutschland sicher im Netz e. V., Risk Ident und dem Portal Kleinanzeigen unterstützt.

Zwischen den Generationen sind die Unterschiede groß. Die extrem hohen Renditen erkennen 69 Prozent der Babyboomer als Gefahr, unter der Gen Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) sind es nur 45 Prozent. Künstlichen Zeitdruck wie „nur noch heute verfügbar“ deuten 44 Prozent der Gen Z als mögliche Falle. Nur ein Drittel dieser Altersgruppe (33 Prozent) schließt aus, sich überhaupt mit solchen Angeboten zu befassen, bei den Babyboomern sind es 72 Prozent.

Laut ISH-Sprecher Harald Schmidt, Kriminaldirektor bei der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention, locken die Täter ihre Opfer zunächst auf eigene Seiten und drängen sie dann in private Messenger wie WhatsApp. Diesen Wechsel erkennen der Umfrage zufolge nur 41 Prozent der Gen Z als Warnsignal.

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