Untersuchung zeigt

Mit dieser schweren Erkrankung ist Diabetes oft verknüpft


Aktualisiert am 02.10.2026 – 07:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Risiko Folgeerkrankung: Viele Diabetes-Patienten bemerken erst spät, dass ihr Herz geschwächt ist.

Risiko Folgeerkrankung: Viele Diabetes-Patienten bemerken erst spät, dass ihr Herz geschwächt ist. (Quelle: PIKSEL/getty-images-bilder)

Diabetes ist tückisch: Die Erkrankung kann auf Dauer verschiedene Organe belasten. Vor allem das Risiko für Herzleiden ist erhöht, wie eine Untersuchung bestätigt.

Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken haben einen Typ-2-Diabetes. Früher waren vor allem Ältere von dieser Erkrankung betroffen, heutzutage sind es auch immer mehr junge Menschen. Hauptursachen für einen frühen Diabetes Typ 2 sind eine vorwiegend fett- und zuckerreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen sowie genetische Faktoren.

Dass Diabetiker ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen haben, ist lange bekannt. Vor allem Schäden an Augen, Nieren und Nerven sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen treffen häufig Betroffene von Diabetes Typ 2. Denn dauerhaft hohe Blutzuckerwerte greifen Nerven und Gefäße an und begünstigen auch eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Diese kann zu schweren Herzerkrankungen wie einer Herzmuskelschwäche oder einem Herzinfarkt führen.

Studie: Warum Diabetes und Herzprobleme oft zusammenhängen

Eine Studie deutscher Wissenschaftler aus dem Jahr 2024 hat den Zusammenhang zwischen einem hohen Blutzuckerspiegel und Schädigungen des Herzens näher beleuchtet. Die Forscher untersuchten konkret, warum Diabetes die Entstehung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) triggert und welche Mechanismen genau dahinterstecken. Die Ergebnisse wurden im englischsprachigen Fachblatt „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlicht.

Info: Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Bei einer Herzschwäche – auch Herzmuskelschwäche oder Herzinsuffizienz genannt – schafft es das Herz nicht mehr, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Oft wird die Erkrankung lange Zeit übersehen, da viele Betroffene dazu neigen, die typischen Symptome wie Luftnot und Leistungsschwäche als Alterserscheinungen abzutun.

Demnach bremsen die hohen Glukosewerte den Stoffwechsel von Diabetikern aus und verursachen so ein Energiedefizit. „Glukose wird nicht verstoffwechselt, sondern akkumuliert“, erklärt Studienautor Bernd Stratmann aus Bad Oeynhausen einer Pressemitteilung zufolge. Das bedeutet, Glukose häuft sich in den Zellen und Gefäßen an.

Schnell sind dann auch die Herzmuskelzellen und Herzkranzgefäße betroffen. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung DHG (Stiftung Diabetes Herz Gefäße) in der Deutschen Diabetes Stiftung erklärte laut Pressemitteilung: „Die Ergebnisse der Forschungsarbeit weisen darauf hin, dass der endgültige Zelltod aufgrund der Zellstörung durch anhaltende Glukoseakkumulation nicht verhindert wird.“

Studienautor Stratmann zufolge sei ein intakter kardialer Stoffwechsel aber essenziell für eine normale Herzfunktion. Die Folge: Die Pumpkraft des Organs lässt nach und der Patient entwickelt eine Herzmuskelschwäche.

Info: Glukose

Glukose ist der Zucker, der durch das Blut transportiert und von den Zellen aufgenommen wird – und damit die Hauptenergiequelle für das Gehirn und die Muskeln. Der Glukosespiegel im Blut wird vor allem durch die Hormone Insulin, Adrenalin und Glucagon reguliert. Bei Diabetes-Typ-2-Patienten ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht.

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„Das süße Herz stirbt langsam“

Ob es therapeutische Möglichkeiten gibt, den Einstrom von Glukose in die Zellen zu stoppen, ist laut Forschern noch nicht geklärt. In jedem Fall sei das Voranschreiten der Herzinsuffizienz bei Diabetes ein schleichender Prozess. Diethelm Tschöpe erklärte laut Pressemitteilung: „Das süße Herz stirbt langsam, Symptome treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf.“

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