Kampf gegen Organisierte Kriminalität
So konsequent geht Niedersachsen gegen Banden und Clans vor
03.11.2025 – 11:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Polizei und Justiz haben 2024 in Niedersachsen 82 Verfahren gegen organisierte Kriminalität geführt. Der Fokus lag auf Drogen, Cybercrime und Clankriminalität.
Niedersachsen zieht eine positive Bilanz im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Wie das Innen- und Justizministerium am Montag mitteilten, wurden im Jahr 2024 insgesamt 82 Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder krimineller Organisationen geführt.
Der Schwerpunkt lag auf internationalem Rauschgifthandel, Clankriminalität und Cybercrime. Insgesamt wurden 712 Tatverdächtige aus 50 Staaten ermittelt. Der Gesamtschaden durch organisierte Kriminalität lag bei rund 18,26 Millionen Euro – deutlich weniger als im Vorjahr. Zugleich konnten die Ermittler 7,5 Millionen Euro an illegalen Gewinnen abschöpfen. Das ist der höchste Wert seit 2020.
„Wir nehmen den Tätern ihre Existenzgrundlage“, betont Justizministerin Kathrin Wahlmann. Sie erklärt, dass die Vermögensabschöpfung doppelt wirke: Sie entziehe kriminellen Gruppen das Geld und verhindere, dass es in legale Wirtschaftskreisläufe fließe.
Sie kündigt an, die Vermögensabschöpfung weiter zu verbessern, um kriminelle Finanzströme dauerhaft zu unterbinden. Im Bundesvergleich belegt Niedersachsen bei der Zahl der geführten Verfahren erneut den zweiten Platz.
Innenministerin Daniela Behrens lobt die Ermittlerinnen und Ermittler für ihre Arbeit: Die Behörden hätten kriminellen Strukturen in Niedersachsen Vermögen in Millionenhöhe entzogen – „dort, wo es am meisten weh tut“, so Behrens. Die Arbeit bliebe zwar oft im Verborgenen, doch habe „spürbare Folgen für die Sicherheit“.
Die größte Bedrohung bleibe der internationale Drogenhandel. Besonders die Nordseehäfen gelten als sensibler Bereich. Niedersachsen beteiligt sich daher am Projekt INOK (Infiltration der Nordseehäfen durch OK-Strukturen), das den Einfluss krimineller Gruppen in Hafenbetrieben eindämmen soll.
Auch verschlüsselte Kommunikation bleibe ein Problem. In 16 Verfahren spielten verschlüsselte Chats eine Rolle. Behrens fordert vom Bund rechtssichere Regelungen für den Zugriff auf verschlüsselte Daten: „Nur so können wir effektiv gegen organisierte Kriminalität vorgehen“.
Erfolge verzeichnet das Land im Kampf gegen Geldautomatensprengungen: Dank einer Task-Force beim Landeskriminalamt und einer zentralen Staatsanwaltschaft in Osnabrück sei die Zahl deutlich gesunken.
Zudem plant das Land die Gründung einer Zentralstelle Cybercrime, die 2026 ihre Arbeit aufnehmen soll. Dafür sind zunächst 19 neue Stellen vorgesehen. „Wir investieren in Personal und moderne Infrastruktur“, so Wahlmann. Behrens ergänzt: „Organisierte Kriminalität verändert sich rasant – unsere Antwort ist moderne Technik und enge Zusammenarbeit“.










