Artgerechte Haltung
Kleintiere im Frühlingsglück: Tipps für das Außengehege
Aktualisiert am 07.04.2026 – 11:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Warum Meerschweinchen und Kaninchen mehr Platz und Gesellschaft brauchen, als viele denken – und warum Hitze zur tödlichen Gefahr werden kann.
Wenn die Temperaturen steigen, beginnt auch für viele Kaninchen und Meerschweinchen die schönste Zeit des Jahres: Sie dürfen wieder in ihr Freigehege umziehen.
Aber: „Ein dauerhafter Umzug in die Außenhaltung sollte erst erfolgen, wenn die Nächte frostfrei sind“, sagt Selina Schlierenkamp vom Zentralverband der Heimtierbranche. Zuvor können die Kleintiere tagsüber stundenweise nach draußen gebracht werden, sofern es mindestens 15 Grad warm ist.
Keinesfalls sollten die Tiere alleine gehalten werden, sie brauchen die Gesellschaft von Artgenossen. Schlierenkamp empfiehlt, mindestens zwei Tiere zu halten, artgerechter sei jedoch eine kleine Gruppe von etwa drei bis fünf Tieren. „Die beste Kombination ist meist ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen“, so die Heimtier-Expertin.
Sympathie entscheidet
Heiko Fröhlich, Betreiber der Internetseite „kaninchen-ratgeber“, spricht sich bei Kaninchen für eine Gruppe von zwei bis sechs Tieren aus. Meerschweinchen könnten gut in einer Dreiergruppe mit einem Männchen und zwei Weibchen gehalten werden. Aber auch Gruppen mit bis zu sechs Tieren seien bei Meerschweinchen problemlos möglich.
Allerdings kann das Zusammensetzen einer Gruppe durchaus zur Herausforderung werden – denn nicht alle Tiere sind sich sympathisch. Laut Fröhlich vertragen sich Tiere des gleichen Geschlechts in der Regel weniger gut als gemischte Gruppen.
Egal, ob Kaninchen oder Meerschweinchen in dem Gehege leben – es gilt: je größer, desto besser. Fröhlich empfiehlt eine Grundfläche von mindestens zehn Quadratmetern. Das nötige Platzangebot werde oft unterschätzt, sagt er: „Die Tiere wirken klein und zierlich, brauchen jedoch unbedingt genügend Freiraum, um sich zu bewegen.“
Das Gehege muss den Tieren nicht nur genügend Auslauf, sondern auch Versteckmöglichkeiten bieten. Zudem brauchen sie Schutz vor Zugluft, Kälte, Wärme – und natürlich vor Feinden.
Stabil und sicher
Denn davon haben Kaninchen und Meerschweinchen viele: Etwa Füchse, Hunde, Katzen und Greifvögel können ihnen gefährlich werden. Daher sollten beim Bau des Außengeheges stabile Materialien wie massives Holz und engmaschiges, verzinktes Drahtgitter verwendet werden.
Da die Kleinsäuger gerne knabbern, müssen natürlich ungiftige Materialien genutzt werden. „Für die Rahmenkonstruktion eignet sich Fichten- oder Lärchenholz“, empfiehlt Fröhlich und rät weiter: „Zum Versiegeln von Holzoberflächen kann man Sabberlack einsetzen, den die Tiere bedenkenlos anknabbern können.“ Schrauben und Nägel dürfen wegen der Verletzungsgefahr nicht herausragen.
Da sowohl Kaninchen als auch Raubtiere graben können, muss das Gehege ebenfalls nach unten gesichert werden. Schlierenkamp empfiehlt hierfür eine stabile Bodenplatte, alternativ kann der Draht mindestens einen halben Meter tief in den Boden eingelassen werden. Nach oben muss das Gehege ebenfalls gesichert werden.
