„Jeden Fuß der Welt erobern“

Sneaker aus 3D-Drucker boomen: Hamburger Firma expandiert

16.02.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Cornelius Schmitt (Archivbild): Der CEO des Schuhherstellers Zellerfeld, liebt Sneaker. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-bilder)

Die Hamburger Firma Zellerfeld revolutioniert die Schuhindustrie mit 3D-gedruckten Turnschuhen. Promis wie Justin Bieber und Drake tragen die Schuhe bereits.

Die Hamburger Firma Zellerfeld hat mit der Produktion von Turnschuhen aus 3D-Druckern einen bemerkenswerten Erfolgsweg eingeschlagen. Das Unternehmen unter Leitung von Gründer Cornelius Schmitt verfügt derzeit über mehr als 200 3D-Drucker in Hamburg.

Um die geplante Expansion zu ermöglichen, zieht das Unternehmen aktuell innerhalb Hamburgs um. Laut Unternehmensangaben soll die Anzahl der 3D-Drucker bis Ende 2026 auf 2.000 erhöht werden.

Die Mitarbeiterzahl von Zellerfeld liege bereits im dreistelligen Bereich, wie das Unternehmen mitteilt. Die Nachfrage nach den individuell anpassbaren Schuhen wächst stetig.

Prominente wie Shaquille O“Neal und Justin Bieber tragen laut Unternehmensangaben bereits Schuhe von Zellerfeld. „Das war schon verrückt, als Justin Bieber die Schuhe von uns getragen hat. Drake oder zum Beispiel Will.i.am wollten Schuhe von uns. Das war schon beeindruckend. Da merkt man schon, dass wir da irgendwie einen guten Nerv getroffen haben“, berichtet Schmitt.

Nach Angaben des Unternehmens hat Zellerfeld einen recycelbaren Kunststoff namens „Zellerfoam“ patentieren lassen. „Am Anfang unserer Experimente fühlte sich das noch plastikartig an und nicht wie ein Textil. Dann haben wir an Omas Wollsocken gedacht und die Fasern wieder dicker und rauher gemacht. Und das fühlt sich schon viel mehr wie ein Textil an“, erklärt Schmitt.

Für die Zukunft hat der Unternehmer ambitionierte Pläne. Laut Schmitt will er 2026 rund eine Million Schuhe produzieren. „Das ist über die ganze Bandbreite von allen Marken, von wirklich den größten Schuhmarken bis hin zu kleinen One-Man-Shows an unabhängigen Designern. Und so wollen wir Stück für Stück wirklich jeden Fuß der Welt erobern“, sagt Schmitt.

Der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie sieht allerdings keine Gefahr für das klassische Schuhhandwerk. „Wir glauben, dass die Schuhindustrie, die generell aufgeschlossen gegenüber neuen Entwicklungen zum Beispiel im Materialbereich ist, von der 3D-Technologie profitieren kann“, sagt Torben Schütz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes.

Erst vor wenigen Wochen hat Zellerfeld laut Schmitt gemeinsam mit Nike die ersten mehrfarbigen Schuhe aus dem 3D-Drucker vorgestellt. „Ein weiterer Durchbruch und Meilenstein für uns“, so der Unternehmer.

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