Geräte funktionieren oft nicht
Smart Meter: Verbraucherschützer fordern Schadenersatz
27.05.2026 – 16:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Smart Meter gilt als zentrales Element für das Gelingen der Energiewende. Doch genau dort gibt es viele Probleme. Verbraucherschützer fordern ein konsequentes Gegensteuern.
In Deutschland haben nur fünf Prozent aller Haushalte einen intelligenten Stromzähler, der den Stromverbrauch in Echtzeit ermitteln kann. Diese sogenannten Smart Meter sind aber eine der Hauptvoraussetzungen für die Energiewende: Nur mit diesen Geräten kann das Stromsystem mit den schwankenden Verfügbarkeiten von Solar- und Windenergie in Einklang gebracht werden.
Doch nicht nur beim Einbau der Geräte hakt es offenbar. Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) berichtet, funktionieren viele Geräte nach der Installation nicht richtig. In manchen Fällen bleiben die Smart Meter über Monate oder Jahre ohne Funktion. Ursächlich dafür sind nach Angaben von Messstellenbetreibern die Überforderung vieler (oft kleinerer) Netzbetreiber sowie fehleranfällige IT-Systeme.
Verbraucher verlieren Geld durch fehlerhafte Smart Meter
Dadurch entgeht vielen Haushalten die Möglichkeit, finanzielle Vorteile etwa durch den Abschluss eines dynamischen Stromvertrags zu bekommen. Dynamische Stromtarife lohnen sich insbesondere für Haushalte mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Solaranlage, da sie den Stromverbrauch dieser Geräte an den Strompreisen an der Börse ausrichten können. Dazu ist ein Smart Meter aber zwingend erforderlich – es ist die Schnittstelle zwischen Haushalt, Stromnetz und Strombörse.
Die Verbraucherzentrale fordert deshalb Sanktionen für Messstellenbetreiber, die nicht sicherstellen, dass Smart Meter nach dem Einbau auch funktionieren. Konkret fordert der vzbv, dass Verbraucher in diesen Fällen Anspruch auf Schadenersatz haben sollen. Ab 1. Juli 2026 können Netzbetreiber oder Stromlieferanten Schadenersatzansprüche an säumige Messstellenbetreiber stellen. Für private Haushalte ist aber keine solche Regelung vorgesehen.
Verbraucher werden bei Internet-Störungen entschädigt
Das ist in anderen Bereichen bereits möglich. So können Verbraucher von einem Telefon- oder Internetanbieter entschädigt werden, wenn eine mehrtägige Störung vorliegt und das Unternehmen das Problem auch nach Aufforderung nicht behebt. Diese Regelung könnte auch bei Smart Metern zum Einsatz kommen, so der vzbv.
Der Einbau der Smart Meter geht in Deutschland nach jahrelangen Verzögerungen nun voran. Die Geräte sind seit 2025 für viele Haushalte verpflichtend, etwa wenn sie eine neue Solaranlage installieren. Bis 2032 sollen intelligente Stromzähler in Deutschland flächendeckend vorhanden sein.











