Projektname „Anti-Koreaner“
Vom Golf-Bruder zum Klassiker: Der Skoda Octavia wird 30
28.02.2026 – 08:49 UhrLesedauer: 3 Min.
1996 brachte Skoda ein Modell auf den Markt, das die Marke grundlegend verändern sollte. Nun erreicht die erste Generation des Octavia das Oldtimer-Alter.
Als Skoda vor 30 Jahren im September die Produktion des Octavia aufnahm, stand für die Marke viel auf dem Spiel. Fünf Jahre zuvor hatte Volkswagen die Mehrheit übernommen. Nun musste sich zeigen, was diese Partnerschaft in der Praxis bedeutete.
Der Octavia war das erste Auto, das vollständig unter dem technischen Dach des Konzerns entstand. Die Entwicklung begann 1992, die Basis bildete die neue Plattform PQ34. Auf ihr sollten später auch Golf IV, Audi A3 oder Seat Leon stehen.
Doch während viele Komponenten aus dem Konzernregal stammten, fiel die Karosserie eine Nummer größer aus als beim Golf. 4,51 Meter Länge (Golf: 4,15 Meter) sorgten für Platz im Fond, vor allem aber für einen Kofferraum, der mit 528 Litern schon bei der Limousine über dem Klassendurchschnitt lag. Mit umgeklappter Rückbank wuchs das Volumen auf bis zu 1.328 Liter. Spätestens mit dem 1998 eingeführten und später immer beliebteren „Combi“ zeigte Skoda, worum es beim Octavia ging: viel Raum fürs Geld.
Motorseitig reichte das Angebot von 1,4- bis 2,0-Liter-Benzinern mit 60 bis 180 PS sowie 1,9-Liter-Dieseln zwischen 68 und 131 PS. Der 1.9 TDI entwickelte sich rasch zum Dauerläufer im Programm. Ab Ende der Neunzigerjahre bot Skoda zudem Allradantrieb an, 2001 folgte der Octavia RS mit 180 PS. Ein Facelift um die Jahrtausendwende brachte unter anderem ein neues Armaturenbrett und zusätzliche Sicherheitssysteme wie ESP.
Der intern verwendete Projektname „Anti-Koreaner“ deutet an, welche Erwartungen im Konzern mit dem Modell verbunden waren. Skoda sollte moderne Technik zu einem Preis anbieten, der Käufer von asiatischen Importmarken überzeugt. Die Produktionsbedingungen in Tschechien galten damals als kostengünstig, gleichzeitig wurde der Qualitätsanspruch hoch angesetzt. Konzernintern war von besonders engen Spaltmaßen und einer überdurchschnittlichen Lackqualität die Rede. Manche Beobachter meinten später sogar, der Octavia habe in dieser Disziplin Ergebnisse erzielt, die sonst eher in höheren Fahrzeugklassen erwartet würden. Gesichert ist: Der Anspruch war, im Volumensegment neue Maßstäbe zu setzen.











