Studie überrascht

Sind Introvertierte wirklich die besseren Zuhörer?


Aktualisiert am 13.04.2026 – 13:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Zwei Frauen im Gespräch (Symbolbild): Für aktives Zuhören ist unter anderem eine empathische und offene Grundhaltung wichtig. (Quelle: lechatnoir/getty-images-bilder)

Viele glauben, dass introvertierte Menschen besser zuhören als extrovertierte. Eine Studie stellt diese weitverbreitete Annahme nun infrage.

Wer im Internet danach sucht, ob introvertierte, also eher ruhige und zurückhaltende Menschen gute Zuhörer sind, wird sofort darin bestätigt. Doch eine neue Studie aus den USA legt nahe, dass dies nicht stimmen könnte.

Die Forscher der Carlson School of Management an der University of Minnesota untersuchten in vier Teilstudien unterschiedliche Situationen, etwa Teamarbeit, Meetings oder Gespräche unter vier Augen. Dabei bewerteten die Teilnehmer sich selbst und andere in ihrer Fähigkeit, zuzuhören.

Über alle Teilstudien hinweg fanden die Wissenschaftler keinen Beleg dafür, dass introvertierte Menschen besser zuhören als extrovertierte. Damit widerspricht die Untersuchung der verbreiteten Alltagserwartung. In zwei Versuchsanordnungen hatten Extrovertierte sogar einen kleinen Vorteil, zumindest in der Wahrnehmung ihrer Zuhörfähigkeit. Sie wirkten oft aufmerksamer und engagierter.

Laut Projektleiterin Elizabeth Campbell sei es „leicht anzunehmen, dass jemand, der still ist, auch besser zuhört – aber Zuhören ist komplexer als das.“ Den Wissenschaftlern zufolge kommt es beim Zuhören weniger auf den Persönlichkeitstyp an als auf konkrete Verhaltensweisen. Dazu gehören zum Beispiel:

Gesprächspartner sollten zudem darauf achten, nicht zu sehr um die eigenen Gedanken zu kreisen. Wer innerlich ständig bei sich selbst bleibt, verpasst leicht, was das Gegenüber eigentlich sagen will. Campbell betont: „Zuhören ist eine Fähigkeit, die jeder entwickeln kann – unabhängig davon, wo man sich auf dem Spektrum zwischen Introversion und Extraversion befindet.“

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