4. „Inseln“ regulieren den Blutzucker

Neben den exokrinen Drüsenzellen verfügt die Bauchspeicheldrüse auch über sogenannte endokrine (nach innen abgebende) Zellen. Sie sind für die zweite wichtige Funktion der Bauchspeicheldrüse zuständig: die Regulierung des Blutzuckerspiegels. Aufgabe der endokrinen Zellen ist, den Blutzuckerspiegel den ganzen Tag über möglichst konstant zu halten. Hierfür geben sie Hormone direkt ins Blut ab: Insulin und Glukagon.

Die endokrinen Zellen sind in kleinen, inselartigen Gruppen über das Gewebe der Bauchspeicheldrüse verteilt. Nach ihrem Entdecker Paul Langerhans werden diese Gruppen auch Langerhans-Inseln genannt – und die zugehörigen Zellen sind auch als Inselzellen bekannt.

Nach dem Essen gerät Zucker aus der Nahrung in den Blutkreislauf: Der Blutzuckerspiegel steigt. Die Bauchspeicheldrüse reagiert darauf, indem ihre Inselzellen das Hormon Insulin ausschütten. Es bewirkt, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und dort seine Funktion als Energielieferant erfüllt. Auch wird Zucker mithilfe des Insulins in den Muskeln und der Leber gespeichert. Darüber hinaus hemmt Insulin die weitere Produktion von Zucker in der Leber. Die Folge der Insulinausschüttung: Der Blutzuckerspiegel sinkt.

Ist der Blutzuckerspiegel hingegen zu niedrig, geben die Inselzellen Glukagon ab. Es trägt in der Leber dazu bei, Eiweiße in Zucker umzuwandeln und sorgt dafür, dass in der Leber gespeicherter Zucker ins Blut abgegeben wird. Glukagon hat also den gegenteiligen Effekt wie Insulin, denn es lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen.

5. Diabetes ist die häufigste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Von Bauchspeicheldrüsenentzündung bis hin zu Krebs: Die Bauchspeicheldrüse kann auf verschiedene Weise erkranken.

Die häufigste Erkrankung des Organs ist Diabetes mellitus. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen sind derzeit weltweit davon betroffen – Tendenz steigend.

Bei Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse entweder zu wenig oder gar kein Insulin oder das Hormon verliert an Wirksamkeit. Die Folge ist ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel. Dieser kann im Laufe der Zeit Schäden an Nerven, Blutgefäßen und Organen zur Folge haben. Fachleute unterscheiden vor allem zwei Formen von Diabetes: Typ 1 und Typ 2.

Diabetes Typ 1 entsteht durch eine Autoimmunreaktion. Dabei zerstört das Immunsystem nach und nach die Inselzellen, die für die Insulinproduktion zuständig sind. Meist macht sich Diabetes Typ 1 schon im Kindes- oder Jugendalter bemerkbar. Um den Insulinmangel auszugleichen, müssen Betroffene lebenslang Insulin von außen zuführen.

Bei Menschen mit dem deutlich häufigeren Typ-2-Diabetes verliert das Insulin nach und nach seine Wirkung: Es entsteht eine sogenannte Insulinresistenz. Anfangs versucht die Bauchspeicheldrüse, als Ausgleich noch mehr Insulin zu produzieren – was jedoch dazu führt, dass das Organ überlastet ist und mitunter gar kein Insulin mehr bildet. Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 lässt sich Typ-2-Diabetes durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen und günstig beeinflussen. Oft ist die Erkrankung eine Folge des sogenannten metabolischen Syndroms, welches durch Übergewicht, Bluthochdruck sowie Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels gekennzeichnet ist.

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