„Fatale Entscheidung“
Claudia Michelsen attackiert MDR wegen „Polizeiruf“-Pause
24.06.2026 – 06:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Lange hielt sie sich zurück. Nun meldet sich die „Polizeiruf 110“-Ermittlerin Claudia Michelsen mit deutlichen Worten zu den Sparplänen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Der MDR will aus Kostengründen unter anderem den Magdeburger „Polizeiruf 110“ für drei Jahre pausieren lassen – das ist bereits seit Mitte Mai offiziell bekannt. Dagegen hat sich jetzt Claudia Michelsen, die seit 2013 als Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch ermittelt, zu Wort gemeldet.
Bisher hatte Michelsen geschwiegen, der „Süddeutschen Zeitung“ sagte sie soeben jedoch: „Eigentlich möchte ich schon lange nicht mehr über den Osten oder den Westen reden. Aber wir kommen mit dieser fatalen Entscheidung des MDR tatsächlich wieder in die Situation zu sagen: Was passiert hier mit dem Osten?“ Weiter erklärte sie: „Wir spüren das bei jedem Dreh, dass sich die Leute gesehen und ernst genommen fühlen. Sachsen und Sachsen-Anhalt finden statt. Und wenn man diese Identifikationsfläche nimmt durch eine Pause, die als Pause nicht funktionieren wird und deshalb auch nicht zu akzeptieren ist, führt das zu einem noch massiveren Minimieren des Ostens, der eh schon minimiert ist im Programm.“ Solche Formate aus dem Osten seien „essenziell fürs regionale Selbstbewusstsein“ und schüfen „eine Verbindung zwischen Ost und West“.
„Wahrscheinlich das Ende des Formats“
Im November wird noch ein neuer „Polizeiruf 110“ gedreht, dieser bleibt dann wohl vorerst der Letzte. Produziert wird er von der Leipziger Produktionsfirma Ufa Mitte. Ufa-CEO Sascha Schwingel teilt Michelsens Haltung: „Der ‚Polizeiruf‘ aus Magdeburg ist einer der wenigen verbliebenen fiktionalen Orte, in denen ostdeutsche Wirklichkeit, ostdeutsche Gesellschaft, ostdeutsche Charaktere erzählt werden“, sagte er der Zeitung. Eine dreijährige Pause sei in seinen Augen keine Pause, „sondern wahrscheinlich das Ende des Formats“.
- Sparmaßnahmen: MDR stoppt „Tatort“- und „Polizeiruf“-Produktionen
Mit ihrer Kritik stehen Michelsen und Schwingel nicht allein da. Martin Brambach und Cornelia Gröschel, die im Dresdner „Tatort“ ermitteln, hatten sich bereits Mitte Mai auf Instagram geäußert. Auch ihr Format soll für drei Jahre pausieren.
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In einem gemeinsamen Statement schrieben sie etwa: „Filmproduktionen kann man leider nicht so einfach an- und abschalten. Ein Film hat einen langen Vorlauf.“ Eine mehrjährige Unterbrechung würde bedeuten, dass „lang aufgebaute Strukturen kaputt“ gehen und sich das Team um andere Jobs bemühen müsse, „um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen“. Und weiter: „Aber vor allem, und das ist das Wichtigste, kann uns im Moment leider niemand versprechen, dass in drei Jahren genug Geld da ist, um weiterzumachen.“ Auch betonten die beiden: „Wir sind immer noch bestürzt über die Meldung des MDR, den ‚Tatort Dresden‘ und den ‚Polizeiruf Magdeburg‘ in den nächsten drei Jahren nicht mehr finanzieren zu können.“










