Gewinnerin steht fest

Autorin aus Rheinland-Pfalz gewinnt den Deutschen Buchpreis

Aktualisiert am 05.10.2026 – 19:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Shida Bazyar (Archivbild): Sie hat den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. (Quelle: Imago/Future Image)

In Frankfurt wird am Abend der Deutsche Buchpreis vergeben. Dieser geht an Autorin Shida Bazyar aus Rheinland-Pfalz für ihren Roman „Die Lücken“.

Shida Bazyar hat den Deutschen Buchpreis 2026 für ihren Roman „Die Lücken“ gewonnen. Die Jury bezeichnet das Werk als „Roman gegen Gleichgültigkeit“ und begründet die Entscheidung damit, dass dieser anhand einzelner Figurenschicksale fast hundert Jahre ambivalenten deutschen Lebens reflektiere. Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Buchbranche und wird traditionell am Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Bazyar erhält 25.000 Euro.

„Die Lücken“ erzählt aus der Perspektive einer toten Ich-Erzählerin, die bei einem Verkehrsunfall gestorben ist und von „Göttern“ in einen fiktiven Ort im Hunsrück namens Heimesbach zurückgeschickt wird – dort, wohin sie als Kind mit ihrer Familie als Flüchtling angekommen war. Der rund 500 Seiten lange Roman umspannt fast hundert Jahre und erzählt von jüdischen Familien, NS-Profiteuren sowie kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen. Themen sind Lügen, Rassismus und Verdrängung.

Bazyar schon einmal auf der Longlist des Deutschen Buchpreises

In ihrer Begründung schreibt die Jury: „Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen.“ Die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen sowie von erfundenen und historischen Figuren erzeuge den starken Nachhall des Textes. Mit seinem transnationalen Blick lote der Roman die Grenzen des Heimatromans aus und definiere ihn neu.

Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar hatte 2016 ihr Debüt „Nachts ist es leise in Teheran“ vorgelegt. Ihr zweiter Roman „Drei Kameradinnen“ erschien 2021 und stand damals auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. „Die Lücken“ ist ihr drittes Werk.

Nicht der einzige Buchpreis für Bazyar in diesem Jahr

Auf der Shortlist standen neben Bazyar fünf weitere Kandidatinnen und Kandidaten: Franziska Gänsler („Orca“), Valeria Gordeev („Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“), Elias Hirschl („Schleifen“), Peggy Mädler („Selbstregulierung des Herzens“) und Dana Vowinckel („Anton und Alma“). Die Jury hatte insgesamt 205 Titel gesichtet. Die übrigen fünf Shortlist-Kandidaten erhalten je 2.500 Euro; die Gesamtdotierung beträgt 37.500 Euro.

Für Bazyar bleibt es nicht nur bei dem Deutschen Buchpreis. Am 7. November soll sie für „Die Lücken“ den Wilhelm Raabe-Literaturpreis erhalten, der vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig gestiftet wird und mit 30.000 Euro dotiert ist. Die Jury dieses Preises erklärte, Bazyar habe „einen der brisantesten Romane unserer Zeit geschaffen“.

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