VAR-Entscheidungen manipuliert?

Italien droht ein heftiger Schiri-Skandal

26.04.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Gianluca Rocchi: Italiens Schiedsrichter-Chef steht im Zentrum von Betrugsvorwürfen. (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa-bilder)

Dem italienischen Fußball droht Ungemach. Gegen den Schiedsrichter-Chef werden Betrugsvorwürfe laut.

Gegen den Schiedsrichter-Koordinator der italienischen Serie A und B, Gianluca Rocchi, wird wegen des Verdachts der Beteiligung an Sportbetrug ermittelt. Der 52 Jahre alte Italiener soll Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben. Mehrere Spiele der vergangenen Saison sollen überprüft werden.

Rocchi kündigte in einer Mitteilung an, sein Amt niederzulegen. Er bestritt jede Beteiligung an illegalen Handlungen und erklärte, sich sicher zu sein, aus der Angelegenheit unbeschadet und gestärkt hervorzugehen. Der italienische Schiedsrichterverband AIA teilte mit, dass sich auch der VAR-Verantwortliche Andrea Gervasoni selbst vorübergehend von seinem Amt suspendiert hat.

Konkret geht es bei den Vorwürfen wohl um zwei Spiele. Und zwar die Serie-A-Begegnungen zwischen Udinese gegen Parma, das Udinese dank eines Elfmeters gewann, sowie Inter Mailand gegen Hellas Verona, das Inter mit 2:1 für sich entschied. Rocchi soll Einfluss auf Kollegen in einem bestimmten VAR-Zentrum genommen haben.

Die Nachrichtenagentur Agi veröffentlichte ein Video aus den Ermittlungen. Darin ist VAR-Schiedsrichter Daniele Paterna zu sehen. Er entscheidet sich nach einer möglichen Handspiel-Szene zunächst gegen einen Elfmeter. Dann dreht er sich zu einer Person um und empfiehlt dem Referee im Stadion eine Bildüberprüfung. Der Schiedsrichter entschied daraufhin auf Elfmeter.

Die Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ berichtete zudem, es bestehe der Verdacht, Rocchi habe bei Ansetzungen Schiedsrichter ausgewählt, die dem Verein Inter Mailand zugeneigt gewesen seien. In einer Mitteilung bestritt Rocchi jede Beteiligung an illegalen Handlungen.

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