Schul- und Studienzeit kürzen?
Senioren-Union fordert: Junge Menschen sollen früher arbeiten
Aktualisiert am 15.06.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Rentendebatte fordert Senioren-Union-Chef Hubert Hüppe einen früheren Einstieg ins Berufsleben. Schul- und Studienzeiten sollen deutlich gestrafft werden.
In der Debatte über die Rentenreform hat der Chef der Senioren-Union, Hubert Hüppe (CDU), einen früheren Einstieg junger Menschen ins Arbeitsleben gefordert. Grundsätzlich werde es „nicht durch weniger, sondern nur durch mehr Arbeit gehen“, sagte er der „Rheinischen Post“ vom Montag. „Das heißt für mich aber nicht unbedingt am Ende des Erwerbslebens, sondern am Anfang.“
Schul- und Studienzeiten müssten „kürzer und schlanker“ werden, damit junge Menschen „früher in Arbeit“ gebracht und entsprechend früher zu Einzahlern in die Sozialsysteme würden, sagte Hüppe. „Es muss nicht wie in meiner Jugend mit 14 Jahren sein, aber es sollte auch nicht erst mit 30 losgehen.“
Erhöhung des Eintrittsalters: „Auch das gehört zu einer vernünftigen Rentenreform“
In Handwerksberufen spiele zudem Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile eine große Rolle. Daher sei es wichtig, Weiterbildungen während der Erwerbstätigkeit zu stärken, sagte Hüppe. Zudem müssten Migrantinnen und Migranten vom ersten Tag an möglichst in sozialversicherungspflichtige Arbeit gebracht werden. „Das hilft nicht nur unserem Sozialstaat, sondern auch der Integration.“
Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters müsse „moderat und individuell sein, angepasst an die Arbeitswelt“, sagte Hüppe der Zeitung weiter. „Auch das gehört zu einer vernünftigen Rentenreform.“
Linke: Geht nicht um jung gegen alt – sondern arm gegen reich
Die Linke hat den Vorstoß aus der Senioren-Union scharf kritisiert und der Partei vorgeworfen, einen Generationenkonflikt heraufzubeschwören. Die Jüngeren um den CDU-Abgeordneten Pascal Reddig „schießen permanent gegen ältere Menschen und jetzt revanchiert sich die Senioren-Union mit einem Angriff auf junge Menschen“, sagte die Linken-Rentenexpertin Sarah Vollath am Montag. „Dabei blenden beide Seiten völlig aus, dass eine vernünftige Rentenreform und eine starke gesetzliche Rente allen helfen würde“, fuhr sie fort.

Außerdem gehe es „nicht um jung gegen alt, sondern um arm gegen reich“. Es müsse vielmehr besprochen werden, wie sich alle Menschen gerecht an der Finanzierung des Rentensystems beteiligen könnten, vor allem auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige. Auch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze gehöre zur Debatte.










