Seemann braucht Hilfe

Dramatischer Notfall in Nordsee-Windpark


Aktualisiert am 10.03.2026Lesedauer: 2 Min.

Der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ nähert sich im Nebel: Ein erkrankter Seemann musste vom Offshore-Windpark „He Dreiht“ an Land gebracht werden. (Quelle: DGzRS/Zoll)

Ein Seemann auf einem Windpark-Installationsschiff braucht dringend einen Arzt. Aber: Im dichten Nebel kann kein Hubschrauber fliegen – und die ersten Helfer können nicht längsseits gehen.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist in der Nacht zum Dienstag zu einem dramatischen Einsatz auf die Nordsee gefahren. Wie die DGzRS mitteilte, war ein 57 Jahre alter schottischer Seemann auf einem 88 Meter langen Windpark-Errichterschiff plötzlich schwer krank geworden. Die Behandlung durch einen Sanitäter an Bord reichte nicht aus, der Mann musste dringend ins Krankenhaus.

Doch dichter Seenebel in weiten Teilen der Nordsee verhinderte den Einsatz von Hubschraubern. Die Sichtweite betrug nicht einmal 150 Meter. An der Station Borkum lief der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ aus, hatte aber eine zweieinhalbstündige Anfahrt bis zum Offshore-Windpark „He Dreiht“ rund 85 Kilometer nordwestlich der Insel vor sich.

Ein Zollschiff bot in dieser Situation Unterstützung an und war gegen 23.30 Uhr vor Ort. Allerdings gab es Probleme: „Schnell wurde klar, dass aufgrund der Bauweise ein Längsseitsgehen beim Windpark-Errichterschiff nicht infrage kam“, heißt es in der Mitteilung der DGzRS.

Um den Transport des Erkrankten zu beschleunigen, sei der Patient zunächst per Zoll-Tochterboot auf den wesentlich kleineren, 33 Meter langen Offshore-Versorger „Improver“ gebracht worden. Der Versorger sei dann dem Seenotrettungskreuzer entgegengefahren, während der Nebel noch dichter geworden sei. Schließlich nahm der Seenotrettungskreuzer den Patienten entgegen und brachte ihn im niederländischen Eemshaven an Land.

Das Zollschiff war bereits in der Nacht zuvor gemeinsam mit der DGzRS im Einsatz gewesen, als ein Seemann mit einer schweren allergischen Reaktion nach Helgoland gebracht werden musste. Auch hier war das Zollschiff zuerst vor Ort. Es übernahm den Seemann, der sich in ernstem Zustand befand, und brachte ihn dem Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ entgegen.

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