Verwirrung bei Preisverleihung

Sean Penn gewinnt Oscar – und glänzt mit Abwesenheit


16.03.2026 – 02:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Sean Penn: Der Schauspieler gewann einen Oscar, kam aber nicht zur Verleihung, um diesen entgegenzunehmen. (Quelle: IMAGO/CraSH/imageSPACE/imago-images-bilder)

Die Oscars gehören zu den Höhepunkten im Leben eines Schauspielers. Für Sean Penn gilt das offenbar nicht. Er gewann dieses Jahr einen Goldjungen, kam aber nicht zur Gala.

Sean Penn hat zum dritten Mal einen Oscar gewonnen. Der 65-Jährige wurde für seine Rolle im Politthriller „One Battle After Another“ als bester Nebendarsteller ausgezeichnet und setzte sich damit unter anderem gegen den schwedischen Schauspieler Stellan Skarsgård, seinen Kollegen Benicio del Toro, der ebenfalls für „One Battle After Another“ nominiert war und Jacob Elordi durch.

Doch im Gegensatz zu seinen vorherigen Gewinnen – Sean Penn räumte 2004 als bester Hauptdarsteller für „Mystic River“ und 2009 für „Milk“ ab – kam er dieses Mal nicht persönlich zur Oscars-Verleihung. Der aus der Serie „Succession“ bekannte Schauspieler Kieran Culkin kam auf die Bühne und nahm den Preis an seiner Stelle entgegen. „Sean Penn konnte heute Abend nicht hier sein – oder wollte nicht –, deshalb nehme ich in seinem Namen den Preis an“, sagte er und verließ die Bühne wieder. Eine kuriose Stille breitete sich im Saal des Dolby Theaters aus.

Laut einem Bericht der „New York Times“ unter Berufung auf anonyme Quellen soll Penn nach Europa gereist sein, Ende vergangener Woche habe er vorgehabt, die Ukraine zu besuchen. Ein Sprecher äußerte sich auf Anfrage der Zeitung nicht. Laut dem US-Branchenblatt „Variety“ hatte Penn in der Vergangenheit bereits mehrere Oscar-Verleihungen verpasst, so habe er als Nominierter drei von fünf Oscar-Verleihungen ausgelassen – und das wohl ganz bewusst.

Im Interview mit „Variety“ sagte Penn 2023, er habe sogar erwogen, seine Oscars zu zerstören und sie der Ukraine zu geben, damit sie eingeschmolzen und als Munition im Krieg gegen Russland verwendet werden könnten. Am Ende habe er sich dagegen entschieden – und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stattdessen einen Oscar geschenkt.

Bei seinem ersten Oscar 2004 streute Sean Penn zudem sarkastische politische Kommentare in seine Dankesrede ein und erklärte: „Wenn es eine Sache gibt, die Schauspieler wissen – abgesehen davon, dass es keine Massenvernichtungswaffen gab –, dann ist es, dass es so etwas wie ‚das Beste‘ in der Schauspielerei nicht gibt.“ Offenbar gilt der Schauspieler also schon seit langer Zeit nicht gerade als größter Fan der Preisverleihungen – und unterstrich diesen Eindruck nun im Jahr 2026 noch einmal deutlich mit seiner Abwesenheit.

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