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Home » Schwesig macht Grünen in Mecklenburg-Vorpommern das Leben schwer
Politik

Schwesig macht Grünen in Mecklenburg-Vorpommern das Leben schwer

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 19, 2026
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Müller ist nach Eklat im Landesverband eingesprungen

Müller hat schon früh prophezeit, dass Schwesig im Wahlkampf den sogenannten Stimmen-„Staubsauger“ anwerfen wird. Ihr Verhältnis zu der SPD-Frau beschrieb sie in der Vergangenheit nüchtern als „professionell“. Die 45 Jahre alte Bundestagsabgeordnete kommt aus Rostock. In der Berliner Ampelkoalition war die Betriebswirtin Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus. Als Spitzenkandidatin ist Müller in Mecklenburg-Vorpommern letztlich eingesprungen. Der grüne Landesverband hatte sich im vergangenen Jahr zerlegt, Vorwürfe übergriffigen Verhaltens um Spitzenkandidatin Constanze Oehlrich lösten Aufregung aus. Oehlrich musste weichen, Müller übernahm.

Vergrößern des Bildes
Claudia Müller: Sie tritt für die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern an. (Quelle: Ulrich Perrey/dpa)

Die Frau vom realpolitischen Flügel, die in Berlin regelmäßige Treffen von Grünen mit CDUlern organisiert, welche im Hauptstadt-Sprech als „Pizza-Connection“ bekannt sind, tritt weniger laut und bunt auf als etwa Sziborra-Seidlitz in Sachsen-Anhalt. Man könnte auch sagen: weniger charismatisch. Sie sei eben eine Norddeutsche, etwas kühler, aber trotzdem herzlich, heißt es in der Partei auf die Frage, ob die eher zurückhaltende Art wirklich Menschen begeistern könne. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien ja von einem ähnlichen Schlag.

Was deutlich wird: In Partei und Fraktion ist man Müller sehr dankbar, dass sie überhaupt eingesprungen ist. Denn ihre Arbeit in der Bundestagsfraktion, wo sie auch Mitglied des Vorstands ist, wird sehr geschätzt. Für Müller bedeutet ein Scheitern, dass sie ihre Arbeit in Berlin weitermachen könnte. Es wäre sicher nicht das schlimmste Ergebnis für sie persönlich, für den grünen Landesverband hätte es aber drastische strukturelle, finanzielle und personelle Auswirkungen. Läuft es für die Grünen am Sonntag gut, könnte Müller bald Ministerin in Mecklenburg-Vorpommern sein.

Beim „Feministischen Frauenfrühstück“ hört sich Müller die Sorgen und Nöte von rund einem Dutzend Teilnehmerinnen an. Ob sie bei diesem Termin neue Wählerinnen hinzugewonnen hat, ist fraglich. Das kleine Publikum ist eher grünen-freundlich. Es geht um Gleichberechtigung, Alleinerziehende, Vereinbarkeit und die Rolle von Männern. Müller macht sich Notizen auf ihrem Tablet, moderiert das Gespräch mit ruhiger Stimme. Prominente Unterstützung sitzt neben ihr, neben Parteichefin Brantner sind die Ost-Beauftragte der Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, und die Co-Chefin der Grünen Jugend, Henriette Held, gekommen.

Held, die vor einigen Jahren zum Studium nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ist, ist in den vergangenen Wochen viel im Wahlkampf im Norden unterwegs gewesen. „Ich halte nichts davon, im Wahlkampf ausschließlich auf das Argument des taktischen Wählens zu setzen“, sagt sie t-online. „Natürlich spielt es eine Rolle, welche Parteien in ein Parlament einziehen und wie viele Plätze damit einer rechtsextremen AfD-Fraktion zustehen, aber diese Alle-Demokraten-gegen-die-AfD-Strategie darf nicht die inhaltlichen Debatten überdecken“, betont die 24-Jährige. Es gehe darum, die Inhalte nach vorn zu stellen und damit zu überzeugen. „Und das machen wir in Mecklenburg-Vorpommern ja auch“, fügt sie hinzu.

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