Ähnliches deutete der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Hoffmann, in Berlin an. Hoffmann sagte, die Vorschläge seien zwar ein Gesamtkonzept und müssten von der „Wirksamkeit und Arithmetik“ so umgesetzt werden. „Das schließt nicht aus, dass es Gesprächsbedarf gibt, wie zum Beispiel beim Thema Minijobs, wo man mal gucken muss, was bedeutet das dann für unterschiedliche Branchen im Land.“
Rentenreform: Union und Wirtschaft loben Vorschläge
Unionsfraktionschef Jens Spahn hingegen warnte davor, einzelne Teile der Reform rauszunehmen. „Jeder, der an einer Stelle jetzt Kritik hat, der muss mir noch mal erklären und herleiten, wie man alternativ zu einem ähnlich guten Gesamtkompromiss kommen soll“, sagte Spahn. „Ein Kompromiss heißt immer, dass man nicht zu 100 Prozent mit allem zufrieden ist.“ Das Reformkonzept sei kein Baukasten, sondern eher ein Puzzle. „Das Bild ergibt sich aus der Summe seiner Teile.“
Auch mehrere Wirtschaftsverbände begrüßten die Empfehlungen der Rentenkommission. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, sprach von wichtigen Schritten hin zu einer überfälligen Reform. Handwerkspräsident Jörg Dittrich sieht in den Vorschlägen das Potenzial für mehr Generationengerechtigkeit. Beide mahnten jedoch an, dass die Wirtschaft an anderer Stelle entlastet werden müsse.
Scharfe Kritik kommt dagegen von den Gewerkschaften. DGB-Chefin Yasmin Fahimi lehnt sowohl die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren als auch eine stärkere Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung ab. Rentenpolitik sei nicht nur eine Frage der Finanzierbarkeit, sondern auch der Gerechtigkeit, argumentierte sie.
- Rentenerhöhung: Rentner sollen größere Last tragen
Ökonom kritisiert Ausschluss von Beamten
Ähnlich äußerte sich Verdi-Chef Frank Werneke. Viele Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen könnten schon heute nicht bis zum regulären Renteneintritt arbeiten. Die Möglichkeit eines früheren Renteneintritts für langjährig Versicherte dürfe deshalb nicht eingeschränkt werden.









