„Ärmel hochkrempeln“
„Schraubenkönig“ kritisiert Arbeitsmoral der Deutschen
Aktualisiert am 15.07.2026 – 04:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Unternehmer Reinhold Würth sieht die Arbeitsmoral in Deutschland kritisch. Der 91-Jährige führt das auf den Wohlstand im Land zurück und fordert mehr Leistungsbereitschaft.
Unternehmer Reinhold Würth hat die Arbeitsmoral in Deutschland kritisiert. „Der Leistungsgedanke ist verloren gegangen“, sagte der 91-Jährige in einem Gespräch mit der Medienplattform „The Pioneer“.
Würth begründete seine Einschätzung mit dem hohen Wohlstand in Deutschland. Das Land gehöre zu den reichsten der Welt, sagte er. Niemand müsse hierzulande frieren oder hungern. Zugleich verwies er darauf, dass ein großer Teil der öffentlichen Haushalte für Sozialausgaben aufgewendet werde. Die Menschen müssten verstehen, dass Wohlstand „nicht vom Himmel heruntergeflogen“ komme.
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„Da hat noch niemand an Bali gedacht“
Der Unternehmer sagte außerdem, die Gesellschaft habe sich verändert. Während frühere Generationen auf ein eigenes Fahrrad, ein Auto oder ein Haus hingearbeitet hätten, seien die Erwartungen heute andere. „Da hat noch niemand an Bali oder die Copacabana gedacht“, sagte Würth mit Blick auf die bescheideneren Ansprüche früherer Generationen. Stattdessen brauche es wieder mehr Einsatzbereitschaft. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und müssen uns einsetzen.“
Würth blickte zugleich auf seine eigene Laufbahn zurück. Der „Schraubenkönig“ begann 1949 eine Lehre im Schraubengroßhandel seines Vaters. Nach dessen Tod übernahm er den Betrieb im Alter von 19 Jahren und baute ihn in den folgenden Jahrzehnten zur international tätigen Würth-Gruppe aus. Heute ist er Ehrenvorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats des Familienunternehmens.
Die Äußerungen fielen im Rahmen eines Gesprächs für die „Pioneer Academy“. Ein Auszug wurde im Podcast „The Pioneer Morning Briefing“ veröffentlicht.
