Süßigkeiten

Schoko-Osterhasen immer teurer – trotz sinkender Kakaopreise

Aktualisiert am 28.03.2026 – 09:08 UhrLesedauer: 4 Min.

Die Osterhasen von Lindt sind seit einigen Wochen in den Supermärkten zu finden. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-bilder)

Hasen aus Schokolade sind zu Ostern beliebt. Die erneut gestiegenen Preise dürften vielen Kunden jedoch bitter aufstoßen. Wie reagieren sie darauf?

Verbraucher stehen in diesen Tagen im Supermarkt vor einem Rätsel. Schokolade ist zuletzt teilweise wieder etwas billiger geworden, die Preise für Osterhasen sind allerdings kräftig gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur. Verglichen wurden Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero. Sonderangebote und Eigenmarken wurden nicht berücksichtigt.

Das Ergebnis: Die Preise sind je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der wohl bekannteste Schokohase der Nation von Lindt kostet mehr. Die 100-Gramm-Version legt im Vergleich mit März 2025 um 70 Cent (+16 Prozent) zu, die mit 50 Gramm um 50 Cent (+18 Prozent). Für ein Kilo Schokolade sind beim sogenannten Goldhasen hochgerechnet nun bis zu 65 Euro fällig.

Gestiegen sind auch die Preise bei Milka. Der 90 Gramm schwere Schmunzelhase kostet 60 Cent mehr als im Vorjahresmonat (+22 Prozent), der mit 45 Gramm 20 Cent (+12 Prozent). Die Produkte der bekannten Markenhersteller waren bereits im vergangenen Jahr teurer geworden. Im Vergleich zu 2024 liegen die Preise heute bis zu 44 Prozent höher.

Die Rohkakaopreise an den Börsen sind zuletzt wieder deutlich gesunken, weil in Westafrika mehr Kakao geerntet wurde. Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag in der vierten März-Woche bei etwa 2.800 Euro pro Tonne – also etwa auf Vorkrisenniveau von 2023. Experten begründen dies auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Supermärkte und Discounter haben kürzlich die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. Warum wurden die Schoko-Osterhasen trotzdem teurer?

Hersteller Lindt & Sprüngli teilt auf Nachfrage mit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um eine uneingeschränkte Verfügbarkeit zu gewährleisten. „Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden.“ Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass andere Kosten, etwa für Rohstoffe wie Nüsse und Verpackungen, weiterhin hoch seien.

Man gehe bei der Qualität „keine Kompromisse ein“, sagte auf ein Sprecher von Lindt der Aachener Regionalredaktion von t-online (Lesen Sie hier mehr dazu). Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien „sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen“ nötig.

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie wirken sich Rohpreisentwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel aus. Trotz sinkender Preise an der Börse zahlten viele Unternehmen „weiterhin die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden“. Eine Anfrage an Milka-Hersteller Mondelez blieb unbeantwortet.

In den vergangenen Jahren hat sich Schokolade stark verteuert. Wegen befürchteter Ernteausfälle in Westafrika durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter stieg der ICCO-Tagespreis 2024 zeitweise auf deutlich mehr als 10.000 Euro pro Tonne. Hersteller und Händler gaben die gestiegenen Rohstoffkosten an Kunden weiter. Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im Januar 70 Prozent teurer als 2020, Riegel und andere Schokoladenerzeugnisse 75 Prozent.

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