Die Zahl der Schönheitsoperationen hat sich weltweit verdoppelt. Was Menschen in die Beauty-Praxen treibt, liegt oft tiefer als der Wunsch nach einem besseren Aussehen.
Wie siehst du denn aus? Hast du was machen lassen? Als jüngst eine weltweit bekannte amerikanische Schauspielerin einen runden Geburtstag beging, kommentierte der spritzige junge Radiomoderator: „Teile von ihr werden heute siebzig!“
Eine neue Zeit ist angebrochen. „Gute Gene, viel Schlaf – und viel, viel Wasser trinken …“, wurde früher in Interviews und Talkshows allen Ernstes akzeptiert – als Antwort auf die Frage, wie sie/er zu diesem fabelhaften Aussehen komme. Es wussten ja eh alle, was damit gemeint war: dass sie/er vor Kurzem oder schon vor Längerem mehr oder weniger heftige chirurgische Arbeiten an der Fassade oder im Ganzkörperbereich hinter sich gebracht hatte.
Zahl der OPs hat sich verdoppelt
Heute muss sich niemand mehr verstecken wegen einer Lidstraffung, ein bisschen Botox oder einer satten Ladung Hyaluronsäure unter der Haut, geschweige denn wegen einer Fettabsaugung oder einer Brustvergrößerung. Das sind nämlich die Top Five im Ranking der beliebtesten Instandhaltungsarbeiten an Gesicht und Körper.
In den letzten anderthalb Jahrzehnten soll sich die Zahl der Schönheitsoperationen weltweit verdoppelt haben. Deutschland liegt dabei nicht nur im Trend – es hat hier eine Branche, in der es ausnahmsweise sogar noch führend ist. Bisher sind es noch zu über 80 Prozent Frauen, die sich operieren lassen. Doch die Männer sind im Kommen.
Das lassen Männer machen
Bei ihnen geht es um Fettabsaugung am Bauch, aber auch Taille oder Rücken sollen so wieder sichtbar gemacht werden. Des Weiteren stehen Brustverkleinerungen hoch im Kurs, um eine flachere (maskulinere) Brustkontur zu definieren. Haarausfall wird mit Haartransplantationen bekämpft, und bei der sogenannten Rhinoplastik geht es um Form und Größe der Nase, also um eine „zeitgemäße“ Nasenform. Daneben sind Eingriffe gefragt, die das Doppelkinn reduzieren und eine Ahnung der ursprünglichen Halskontur neu beleben – gern verbunden mit einem dezenten Facelift. Dabei werden die Gesichtshaut und die tiefer liegenden Gewebestrukturen gestrafft, um Falten zu glätten.
Schlupflider und Tränensäcke verschwinden bei der Lidkorrektur, und wenn wir gerade dabei sind, kann auch noch eine Bauchdeckenstraffung vorgenommen werden: überschüssige Haut und Fettpolster werden abgetragen, um einen knackigen Bauch zu bekommen – auf Wunsch und je nach Möglichkeit gern mit Sixpack-Optik. Ein Kollege prägte dabei den Begriff „Gladiator Abs“ für den nicht minder undurchsichtigen Begriff „High-Definition Body Contouring“. Dabei wird durch präzise Fettabsaugung – oft mit Ultraschall-, Laser- oder Radiofrequenzunterstützung – Fett entlang der natürlichen Muskelkonturen entfernt, sodass die Linien eines künstlich betonten Sixpacks sichtbar werden.
Alte Sätze treffen nicht mehr zu
Noch etwas weiter unten wartet vielleicht der Penis auf Verlängerung und/oder Verdickung. Für Ersteres wird flugs das vordere Halteband am Schambein durchtrennt, sodass der bislang im Körperinneren lagernde Teil des Penisschaftes nach außen ploppen kann. Später werden mitunter neue Ankernähte gesetzt, um den scheinbar um 1 bis 3 Zentimeter verlängerten Penis stabil zu halten. Bei der Verdickung, die sogar ambulant zu haben ist, wird Eigenfett in den Penis gespritzt (anderthalb Stunden) oder mit Hyaluronsäure gearbeitet (dreißig Minuten).











