Worum geht es bei AfroLabNet3 – und was hat es mit Pandemievorsorge zu tun?

Eines der geförderten Projekte ist AfroLabNet3. Damit wird ein Kernproblem angegangen: In vielen Regionen südlich der Sahara erschweren begrenzte Ressourcen und Infrastruktur eine schnelle Reaktion auf Ausbrüche, insbesondere auf neu auftretende Infektionskrankheiten. Ziel des Projekts ist es daher, regionale Labornetzwerke in Hochrisikoregionen von Benin, Guinea, Nigeria und Sierra Leone zu stärken und gleichzeitig die Kapazitäten mobiler Laboreinsätze auf dem neuesten Stand zu halten, damit Diagnostik auch vor Ort durchgeführt werden kann. Darüber hinaus untersucht AfroLabNet3, wie Viren zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Ziel ist es auch hier, die Früherkennung und Prävention zu verbessern.

Wie lassen sich Krankheitserreger schneller identifizieren?

Das Projekt CELESTA 2.0 baut Kapazitäten für die Genomüberwachung auf: In Laboren sequenzieren Forscher Viren und analysieren ihr genetisches Material. Dadurch können sie Krankheitserreger bei Ausbrüchen schneller identifizieren, verfolgen, überwachen und charakterisieren – eine wichtige Entscheidungsgrundlage im Krisenmanagement im öffentlichen Gesundheitswesen. Das Projekt konzentriert sich auf Nigeria und Guinea und beinhaltet eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern dort, darunter dem Irrua Specialist Teaching Hospital in Nigeria, der Université Gamal Abdel Nasser (UGANC) in Guinea und Laboren in Guinea. Beteiligt sind auch die Gesundheitsministerien von Nigeria und Guinea sowie eine belgische Universität.

Warum gehört die Intensivmedizin in ein Ausbruchsvorsorgeprogramm – wie in MEVIN 2.0?

Denn die Ausbruchsvorsorge endet nicht, sobald ein Erreger im Labor identifiziert wurde. Patienten mit Lassa-Fieber und anderen Virusinfektionen können extrem schwere Komplikationen entwickeln und benötigen eine intensivmedizinische Behandlung. Aus diesem Grund konzentriert sich MEVIN 2.0 in Zusammenarbeit mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) in Nigeria auf den Ausbau der Behandlungskapazitäten und baut auf wichtigen Schritten aus der vorherigen Projektphase auf: Am ISTH haben die Projektpartner beispielsweise eine Intensivstation für Lassa-Fieber innerhalb der Isolierstation eingerichtet und mit moderner Überwachungstechnologie ausgestattet, begleitet von Schulungsprogrammen und der Arbeit an klinischen Leitlinien. Darüber hinaus baut das Projekt ein weltweit einsetzbares medizinisches Schnellreaktionsteam auf. Ziel ist es, bei Notfällen klinische Expertise schnell in Ausbruchsregionen zu bringen.

Share.
Exit mobile version