Bis zu 20 Zentimeter in den Alpen
Wetterdienst warnt mitten im Sommer vor Schnee
09.06.2026 – 17:08 UhrLesedauer: 2 Min.
24 Stunden lang soll es schneien: Der Deutsche Wetterdienst gibt eine nicht ganz alltägliche Warnmeldung heraus.
Vorsicht, Rutschgefahr: In ganz Deutschland wird es kälter – und der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in drei Landkreisen vor Schneefall. „Verbreitet wird es glatt“, heißt es auf der DWD-Homepage.
Der DWD erwartet im Kreis Oberallgäu, im Kreis Garmisch-Partenkirchen und im Kreis Berchtesgadener Land bis zu 5 Zentimeter Schnee, in Staulagen könnten teils auch 20 Zentimeter fallen, heißt es. Neben der Glätte bestehe die Gefahr möglicher Sichtbehinderungen. „Verhalten im Straßenverkehr anpassen“, raten die Experten daher.
- Gewitter, Dauerregen, Wind: Amtliche Warnungen in Dutzenden Kreisen
- „Wüstentage“ voraus: Nächste Hitzewelle kommt
Betroffen sind allerdings nur Alpen-Regionen oberhalb von 2.000 Metern. Von Mittwoch, 0 Uhr, bis Donnerstag, 0 Uhr, gilt dort jeweils Warnstufe 1 von 4.
So oft kommen Schnee-Warnungen im Sommer vor
Schneefall-Warnungen im Sommer sind in Deutschland relativ selten – auch wenn es immer mal wieder passiert. In den fünf Jahren von 2021 bis 2025 veröffentlichte der DWD insgesamt an 13 Tagen Meldungen in den Monaten Juni, Juli und August, im Schnitt macht das also an den jährlich 92 Sommertagen 2,6 Warnungen.
Im Einzelnen warnte der DWD am 7. und 8. Juli 2025 vor Schnee, außerdem am 1. und 11. Juni 2024, am 25. und 26. Juli sowie am 8. und 29. August 2023, am 8. Juni und am 7. Juli 2022 und am 27., 28. und 30. August 2021. Betroffen waren immer dieselben drei Kreise wie jetzt: Oberallgäu, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgadener Land. Nur 2023 sank die Schneefallgrenze und es waren zudem auch noch die Kreise Ostallgäu, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Bad Tölz-Wolfratshausen betroffen.
Schafskälte: So erklärt sich das Phänomen
Im Augenblick ist es die berüchtigte Schafskälte, die den Schnee begünstigt. Das Phänomen einer relativ kühlen Phase tritt oft Mitte Juni auf und lässt sich laut dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung gut erklären. „Die physikalische Ursache ist der thermische Kontrast zwischen der bereits deutlich erwärmten Landoberfläche und dem noch kühlen Nordatlantik, der nordwestliche Kaltluftvorstöße begünstigt“, erläuterte er t-online.
Der DWD-Meteorologe Oliver Reuter meint: „Richtig usselig könnte es am Mittwoch werden, wenn wir vom Juni zurück in den April katapultiert werden.“ Die Höchstwerte liegen dann bei kühlen 15 bis 19, örtlich vielleicht 20 Grad. Nur hoch oben in den Alpen ist es noch deutlich kälter.









