Die teils heftigen Beschwerden verursachen oft weitere Probleme – wie Schlafstörungen, einen verminderten Appetit oder weniger Lust auf Sex. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann somit starke Beeinträchtigungen im Alltags-, Berufs- und Sozialleben mit sich bringen und die Lebensqualität deutlich verringern.
Wie hoch ist das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie?
Gürtelrose und mögliche Langzeitfolgen wie die Post-Zoster-Neuralgie können im Grunde bei jedem Menschen auftreten, in dem der Erreger schlummert – und das sind viele: In Deutschland tragen fast alle Erwachsenen das Varicella-Zoster-Virus in sich und leben folglich immerzu mit dem Risiko, dass dieses erwachen kann. Meist passiert das aber erst im Alter von über 50 Jahren.
Die gute Nachricht: Überwiegend heilt Gürtelrose folgenlos aus. Knapp ein Drittel der Erkrankungen führt jedoch zu Komplikationen, am häufigsten in Form von länger anhaltenden, mehr oder minder starken Nervenschmerzen. Etwa drei bis fünf Prozent der Menschen mit Gürtelrose entwickeln eine schwer ausgeprägte Post-Zoster-Neuralgie.
Ein entscheidender Risikofaktor für Komplikationen bei Gürtelrose ist ein höheres Alter: Bis zur Hälfte aller Fälle von Post-Zoster-Neuralgie tritt bei über 60-Jährigen auf, wohingegen Kinder nur selten betroffen sind. Besonders hoch ist das Risiko für anhaltende Nervenschmerzen zudem, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder wenn Gürtelrose aufs Auge oder Ohr übergreift.
Welche Therapie hilft bei Post-Zoster-Neuralgie?
Eines vorweg: Es gibt keine Mittel, mit denen eine Post-Zoster-Neuralgie heilbar wäre. Die Therapie zielt nur darauf ab, die Schmerzen zu lindern, bis diese von selbst verschwinden. Das ist allerdings oft schwieriger, als es klingt.
Denn gängige rezeptfreie Schmerzmittel (wie Ibuprofen und Paracetamol) sind zur Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie eher ungeeignet: Zumindest bei Erwachsenen bleiben sie gegen Nervenschmerzen selbst in höherer Dosierung häufig wirkungslos.
Darum ist es sinnvoll, bei Nervenschmerzen nach Gürtelrose baldmöglichst ärztliche Hilfe zu suchen. Fachleute empfehlen, eine Post-Zoster-Neuralgie zunächst mit einem Mittel gegen epileptische Anfälle (Pregabalin oder Gabapentin) zu behandeln – eventuell zusammen mit einem Antidepressivum.
Alternativ oder zusätzlich können Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Lidocain oder Capsaicin zum Einsatz kommen, um die Schmerzen örtlich zu lindern. Bessert sich die Post-Zoster-Neuralgie durch diese Therapie nicht, verschreiben Ärztinnen und Ärzte mitunter auch ein Opioid.
Spätestens wenn trotz medikamentöser Schmerzbehandlung kaum oder keine Besserung der Post-Zoster-Neuralgie eintritt, sind Spezialisten oder Spezialistinnen für Schmerztherapie gefragt. Betroffene können sich dann beispielsweise an eine entsprechende fachärztliche Praxis oder ein zertifiziertes Schmerzzentrum wenden.
Lässt sich einer Post-Zoster-Neuralgie vorbeugen?
Da sich manchmal eine Post-Zoster-Neuralgie durch keine Behandlung wirksam lindern lässt, ist es umso wichtiger, ihr nach Möglichkeit vorzubeugen. Dazu raten Fachleute häufig, Gürtelrose und die damit verbundenen Schmerzen frühzeitig behandeln zu lassen. (Wie diese Behandlung aussehen kann, erfahren Sie hier.)