„Darstellungen allesamt unwahr“
Schlepper-Crew wirft Wal-Rettern Lügen vor
09.05.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Die selbst ernannten Retter von Timmy machen den von ihnen engagierten Seeleuten schwere Vorwürfe. Jetzt kommt der Konter der Schlepper-Crew – per Anwältin.
Was ist Anfang Mai am Übergang zwischen Nord- und Ostsee wirklich passiert, als Buckelwal Timmy von der Barge ins Meer befördert wurde? Kirsten Tönnies, die Tierärztin der privaten Wal-Rettungsinitiative um Mediamarkt-Millionär Walter Gunz und Trabrennpferdebesitzerin Karin Walter-Mommert, behauptet, die von der Initiative beauftragten Seeleute hätten den Wal mit Seilen brutal am Schwanz gezogen – und zwar entgegen dem Willen der Initiative und viel zu früh.
Das stellt jetzt die Reederei der „Robin Hood“, die JEB Bereederungsgesellschaft mbH & Co KG, anders dar: „Die Rettungsaktion erfolgte nach einem festen, vorgegebenen Konzept in enger Abstimmung mit Frau Walter-Mommert und dem Landwirtschaftsministerium“, heißt es in einem am Samstag veröffentlichten Schreiben einer von der Reederei engagierten Rechtsanwältin. Und: „Die Einleitung der Freilassung erfolgte bereits am 1. Mai 2026 auf Anweisung der Privatinitiative.“
Die „Robin Hood“ war beim Timmy-Transport dabei. Die Reederei kündigt nun an, die mediale Berichterstattung im Anschluss daran rechtlich prüfen zu lassen. „Wir bitten dringend, die Persönlichkeitsrechte der gesamten Crew zu beachten und von einer Übernahme von falschen Verdächtigungen und unwahren Tatsachen Abstand zu nehmen“, formuliert die Anwältin in dem Schreiben.
Im Video | Am Konvoi: Buckelwal Timmy schießt Fontänen
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Formal richten sich diese Worte also an die Medien. Im Kern bedeuten sie aber: Die Reederei wirft der privaten Rettungsinitiative eine Reihe von Lügen vor, die danach in Medienberichten aufgegriffen wurden.
Im Schreiben der Anwältin wird der Vorwurf zurückgewiesen, die Seeleute hätten den Wal durch eigenmächtiges Handeln verletzt. Vielmehr sei der Wal „durch den erhöhten Seegang gegen die Längsschotten der Barge gestoßen“ und habe sich dabei „Kratzer zugezogen“.
Die Geschehnisse vom 1. Mai, an dem der Wal zuerst freigelassen werden sollte, schildert die Anwältin der Reederei so: Nachdem das Absperrnetz am Heck der Barge entfernt worden sei, sei Timmy nicht herausgeschwommen. Um den Wal bei der Freilassung weiter zu unterstützen, sei ihm mit Schläuchen eine Schlinge umgelegt worden. Dies sei „in Umsetzung der Vorgaben durch die Privatinitiative“ erfolgt. Nachdem das Vorhaben nicht gelungen sei, sei der Versuch bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen worden.









