Einer für alle?
„Schlechtestes Auto der Welt“ kehrt zurück
Aktualisiert am 22.01.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Klein, kantig, günstig – und in Osteuropa allgegenwärtig. Jetzt soll der Yugo zurückkehren. Mit Benzinmotor, scharfem Preis und einem klaren Ziel.
Er war ein Exportschlager aus dem Osten – und ein Spottobjekt im Westen: der Yugo. Technisch basierte er auf dem Fiat 127, war aber kantiger und billiger. Und weniger zuverlässig. Mitte der 1980er-Jahre schaffte es der Kleinwagen aus Jugoslawien sogar bis in die USA. Für unter 4.000 Dollar. Kritiker nannten ihn bald „den schlechtesten Neuwagen der Welt“.
Nun startet er wieder durch. Mit Verbrennungsmotor, niedrigem Preis und großem Ziel: Der neue Yugo soll nicht polarisieren, sondern mobilisieren.
Es gehe nicht um Nostalgie, sagt Aleksandar Bjelić, Unternehmer und Universitätsprofessor in Belgrad, über den neuen Yugo. Nachdem er im Mai 2025 bereits die ersten Designmodelle präsentiert hat, ist das nächste Etappenziel klar: Die Marke muss ihre Robustheit beweisen.
Um den Ruf der Unzuverlässigkeit endgültig hinter sich zu lassen, plant Bjelić einen symbolträchtigen Kraftakt. Fünf klassische Yugo-Modelle sollen – angelehnt an eine Fahrt von 1975 – die Strecke vom serbischen Kragujevac bis zum Kilimandscharo in Tansania zurücklegen. Die Reise ist als öffentliches Signal gedacht: Sie soll Vertrauen schaffen für die neue Modellgeneration, deren technische Basis derzeit den letzten Schliff erhält.
Während die Konkurrenz fast ausschließlich auf teure Elektroantriebe setzt, geht Bjelić einen pragmatischen Weg. Der neue Yugo wird primär als Verbrenner starten. „Auf dem Balkan und in vielen Teilen Osteuropas ist die Ladeinfrastruktur noch nicht weit genug“, so Bjelić.
Technisch sucht das Projekt den Schulterschluss mit Schwergewichten der Branche. Gerüchte über eine Kooperation mit Stellantis oder der Renault-Gruppe (Dacia) halten sich hartnäckig. Denn Yugo ist auf bewährte Großserientechnik angewiesen, um die Kosten niedrig zu halten.
