Ein weiterer Tipp gegen den Juckreiz in der Nacht ist die Wahl des richtigen Schlafanzugs. Betroffene sollten Stoffe wählen, welche die Haut nicht reizen und in denen sie nicht so stark schwitzen. Reibt und kratzt der Stoff auf der Haut, verstärkt dies das Jucken. Beim Schwitzen quillt die Haut auf und das im Schweiß enthaltene Salz strapaziert sie zusätzlich. Unangenehm ist es auch, wenn das Wundsekret mit dem Stoff verklebt: Beim Lösen können größere Hautverletzungen entstehen.

„Wählen Sie zum Schlafengehen lockere, weite Kleidung. Besonders geeignet sind Baumwolle und Leinen. Sie sind weich, atmungsaktiv und nehmen Feuchtigkeit gut auf“, sagt Ohnemus.

Auch bei der Bettwäsche sollte man zu leichten und atmungsaktiven Stoffen greifen. Außerdem gibt es spezielle Matratzenschoner für Allergiker, die ein kühlendes Bettklima unterstützen und zugleich Schweiß gut aufnehmen. Zudem rät der Experte, das Schlafzimmer etwas kühler zu temperieren, um nächtlichem Schwitzen entgegenzuwirken – am besten unter 20 Grad Celsius.

„Um die Verträglichkeit zu verbessern, können Sie Ihre Bettwäsche und Kleidung mit einem für Allergiker geeigneten Waschmittel waschen“, sagt Ohnemus. „Ohnehin ist mehrmaliges Waschen neuer Kleidung vor dem ersten Tragen sinnvoll, um reizende Stoffe herauszuspülen.“

Auch Haare können die betroffenen Hautstellen stark reizen, etwa im Gesicht, an den Ohren, am Hals, auf dem Dekolleté – und bei längeren Haaren sogar auf den Armen. Zum Schlafen empfiehlt es sich daher, die Haare hochzubinden oder zu einem Zopf zu flechten, sodass die Haarspitzen nicht in die Haut pieken. Zusammengebundene Haare entlasten auch tagsüber die Haut und verringern im Sommer Schwitzen an Nacken und Rücken.

Besonders nachts, wenn es ruhig ist und die Ablenkung des Alltags fehlt, wandert die Aufmerksamkeit zu den Neurodermitis-Symptomen – und sie werden intensiver wahrgenommen als tagsüber. Um das Einschlafen zu erleichtern, können zum Beispiel Lesen, das Hören eines Hörbuchs, eine Einschlafmeditation, Fernsehen oder Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung helfen.

„Versuchen Sie, möglichst nicht zu kratzen. Besser sind sanftes Drücken und vorsichtiges Reiben. Betroffene, die im Schlaf stark kratzen, können über Nacht Baumwollhandschuhe tragen, um tiefergehende Verletzungen durch die Fingernägel zu vermeiden. Auch Kleinkindern mit Neurodermitis kann man Baumwollhandschuhe anziehen“, sagt Ohnemus.

Ebenfalls Linderung kann ein Kühlpad schenken. Wickeln Sie dieses in ein Baumwolltuch und legen Sie es für ein paar Minuten auf die juckende Hautstelle. Kälte wirkt leicht betäubend und kann den Juckreiz lindern. Wichtig: Kühlpads und Kühlakkus niemals zu lange oder direkt auf die Haut geben, da sonst Kälteschäden der Haut drohen.

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