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Home » Schlaf- und Beruhigungsmittel: Wirkung und Nebenwirkungen
Gesundheit

Schlaf- und Beruhigungsmittel: Wirkung und Nebenwirkungen

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 5, 2026
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Schlaf- und Beruhigungsmittel: Wirkung und Nebenwirkungen

Führen sie in die Abhängigkeit?

So wirken Beruhigungsmittel im Körper


Aktualisiert am 05.04.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 4 Min.

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Beruhigungsmittel sollten niemals über einen längeren Zeitraum ohne Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. (Quelle: Oleg Elkov/getty-images-bilder)

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In stressigen Phasen und unter Dauerbelastung nehmen viele Menschen Beruhigungs- und Schlafmittel ein. Die Folgen sind zum Teil gravierend.

Die Auswahl an Beruhigungsmitteln ist groß: Während manche zu sanften, pflanzlichen Mitteln greifen, beispielsweise mit Baldrian und Hopfen, nehmen andere rezeptpflichtige Beruhigungsmittel ein, beispielsweise Benzodiazepine. Wann helfen welche Mittel? Wie wirken sie und wann ist bei einer Einnahme Vorsicht geboten?

Schlaf- und Beruhigungsmittel: frei verkäuflich und rezeptpflichtig

Es gibt frei verkäufliche Schlaf- und Beruhigungsmittel und solche, die von einem Arzt verschrieben werden müssen. Zu den sanften Beruhigungsmitteln, die in Apotheken, aber auch Supermärkten und Drogerien erhältlich sind, gehören beispielsweise Präparate mit Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume, Johanniskraut und Lavendel. Rezeptpflichtig hingegen sind Benzodiazepine (zum Beispiel Lorazepam, Oxazepam, Diazepam, Bromazepam), aber auch Z-Drugs, beispielsweise mit den Wirkstoffen Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon.

„Benzodiazepine wirken beruhigend, dämpfend, entspannend, angstlösend und schlaffördernd. Sie sind aufgrund des hohen Suchtpotenzials rezeptpflichtig und sollten zeitlich nur begrenzt eingesetzt werden. Sie finden bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Angstzuständen und Panikattacken Anwendung. Z-Drugs wirken ähnlich wie Benzodiazepine und sollten ebenfalls nur kurzzeitig und unter ärztlicher Begleitung eingenommen werden“, sagt Dr. med. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Hochsauerland.

Wie wirken pflanzliche Beruhigungsmittel?

Zu den pflanzlichen Mitteln, auch als Phytopharmaka bezeichnet, gibt es keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Belege, dass diese Schlafstörungen lindern können. Dennoch berichten viele Anwender von einer beruhigenden und schlaffördernden Wirkung. Besonders Baldrian erfreut sich großer Beliebtheit. Stiftung Warentest ordnete Mitte dieses Jahres einige rezeptfreie Beruhigungsmittel mit hochdosiertem Baldrianwurzel-Trockenextrakt als „mit Einschränkung geeignet“ ein bei nervöser Unruhe und bei Schlafstörungen.

Allerdings müssten sie mehrere Tage bis Wochen eingenommen werden, bis sie ihre Wirkung entfalten und sind eher bei leichteren Beschwerden eine Option. Ihre Wirkung wird auf die enthaltenen ätherische Öle zurückgeführt. Diese sollen mit den Nervenzellen des Körpers interagieren und so eine entspannende und entkrampfende Wirkung haben.

Pflanzliche Beruhigungsmittel: nicht ganz ohne Nebenwirkungen

Pflanzliche Beruhigungsmittel haben den Vorteil, dass sie kaum Nebenwirkungen haben. Dennoch können bei der Einnahme unter Umständen allergische Reaktionen, Übelkeit oder Bauchkrämpfe auftreten. Laut der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ist beispielsweise in Bezug auf Baldrian bekannt, dass zu hohe Dosen zu Müdigkeit am Tag, Bauchkrämpfen, einem Engegefühl in der Brust, Benommenheit und Händezittern führen.

„Obwohl pflanzliche Beruhigungsmittel in der Regel gut verträglich sind, sind Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht auszuschließen. Wenn Krankheiten bestehen, etwa eine Allergie oder Atemwegserkrankung, oder wenn Medikamente eingenommen werden müssen, sollte eine Einnahme unbedingt mit einem Arzt abgestimmt werden“, rät Holzbach.

Zur Person

Dr. med. Rüdiger Holzbach ist Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Hochsauerland und Experte der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS).

Rezeptpflichtige Beruhigungs- und Schlafmittel unter ärztlicher Begleitung einnehmen

Rezeptpflichtige Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, Z-Substanzen, Antihistaminika, melatoninhaltige Medikamente, Antidepressiva sowie Antipsychotika gehören zu den stark wirkenden Medikamenten mit beruhigender und schlaffördernder Wirkung. Sie sollten mit Bedacht eingenommen werden. So hilfreich und unterstützend die Anwendung ist: Sie birgt auch Risiken.

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