Patzer, Traumtor, Elfmeter-Krimi

Freiburg zerstört Herthas großen Pokaltraum

11.02.2026 – 05:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Torwart Florian Müller (SC Freiburg) pariert im Elfmeterschießen den Schuss von Pascal Klemens (Hertha BSC): Klemens verschoss den entscheidenden Strafstoß. (Quelle: Andreas Gora/dpa)

Hertha BSC kämpft 120 Minuten lang um den Halbfinaleinzug, doch Freiburgs Torwart Müller hält im Elfmeterschießen den entscheidenden Ball.

Herthas großer Traum vom Pokalfinale im eigenen Olympiastadion ist auf dramatische Weise geplatzt. Der SC Freiburg gewann das DFB-Pokal-Viertelfinale am Dienstagabend vor 56.743 Zuschauern mit 5:4 im Elfmeterschießen und zog ins Halbfinale ein. Nach Verlängerung hatte es 1:1 (0:0, 1:1) gestanden. Den entscheidenden Elfmeter von Hertha-Eigengewächs Pascal Klemens parierte Freiburgs Keeper Florian Müller. Klemens wurde noch auf dem Rasen von seinen Teamkollegen getröstet, während Freiburgs Trainer Julian Schuster sichtlich gerührt vor der Gästekurve feierte.

Für den SC Freiburg geht damit das Rennen um den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte weiter. Der Bundesligist, der zum dritten Mal nacheinander einen Zweitligisten aus dem Pokal warf, folgte Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart in die Vorschlussrunde. Um den letzten Platz im Halbfinale spielen noch Bayern München und RB Leipzig.

„Schöner geht es nicht“, sagte SC-Kapitän Christian Günter bei Sky. Der Routinier hatte im verlorenen Finale 2022 selbst einen Elfmeter verschossen. „Wir haben Erinnerungen an dieses Stadion. Die letzte ist nicht so schön. Umso schöner heute in der Kurve zu stehen und zu feiern.“

Über 120 Minuten lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Mit einem großen Plakat mit der Aufschrift „Pokalkrieger“ hatte die Berliner Ostkurve ihre Mannschaft empfangen. „Genießen und raushauen“, appellierte Trainer Stefan Leitl unmittelbar vor Anpfiff an seine Schützlinge.

Und Fabian Reese haute gleich nach sieben Minuten einen raus, als er einen Abstauber ins Freiburger Tor stocherte. Doch weil Julian Eitschberger bei der Hereingabe im Abseits gestanden hatte, zählte das Tor nicht.

Die Gastgeber konzentrierten sich aufs Umschaltspiel und kombinierten sich anfangs oft ins letzte Drittel. Echte Torgefahr entwickelte aber zunächst nur der Favorit: Ex-Herthaner Derry Scherhant (20.) hätte den SC in Führung bringen müssen, doch BSC-Keeper Tjark Ernst parierte bärenstark. Danach plätscherte die Partie vor sich hin, während der Stadionsprecher vergeblich an die Gäste-Fans appellierte, auf Pyrotechnik zu verzichten. Gegen Ende der ersten Halbzeit drückten beide Teams noch einmal vergeblich auf die Führung: Erst scheiterte Linus Gechter (45.) per Kopf, dann parierte Ernst einen Schuss von Freiburgs Yuito Suzuki (45.+2).

Wer dachte, dass der Außenseiter nach der Pause einbricht, lag falsch. Freiburg gelangen kaum Entlastungsangriffe. Stattdessen musste der SC mehrere Ecken und Freistöße wegverteidigen. Richtig gefährlich wurde es erst wieder in der 69. Minute, als Vincenzo Grifo nahezu freistehend vergab – Marton Dardai rettete mit einer Grätsche im letzten Moment und lenkte den Ball neben das Tor. Beiden Mannschaften fehlte über 90 Minuten die Überzeugung, Vorsicht statt Risiko lautete die Devise.

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