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Home » Sardinen werden knapp – das ist der Grund
Wirtschaft

Sardinen werden knapp – das ist der Grund

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 2, 2026
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Keine Besserung in Sicht

Sardinen in Lebensmittelgeschäften knapp

02.09.2026 – 08:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Sardinen in der Dose: Vor den Küsten von Marokko und der Westsahara gibt es seit Jahren rückläufige Bestände der Fische. (Quelle: imageBROKER/G. Lacz via www.imago-images.de/imago)

Bei Supermärkten und Discountern kommt es zu Engpässen bei Sardinen. Ein Experte erklärt die Gründe – und warum eine schnelle Entspannung nicht in Sicht ist.

Wer Sardinen kaufen will, wird derzeit nicht in allen Supermärkten und Discountern fündig. Das Angebot ist ausgedünnt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Handelsunternehmen zeigt.

Einzelne Produkte könnten zeitweise nicht verfügbar sein, teilte der Discounter Aldi Nord mit. „Die Verfügbarkeit von Sardinen ist aktuell aufgrund herausfordernder Bedingungen beim Fischfang teilweise eingeschränkt.“ Die Supermarktkette Rewe sprach von einer „europaweit angespannten Rohwarensituation“. Betroffen seien Eigenmarken- und Markenartikel.

  • Verbraucherschützer klären auf: Diese Fischarten können Sie unbedenklich verzehren

Lidl teilte auf Nachfrage mit: „Aktuell kann es aufgrund einer steigenden Nachfrage nach Sardinen punktuell zu Verfügbarkeitseinschränkungen kommen.“ Gemeinsam mit Lieferanten arbeite man daran, die Warenverfügbarkeit schnellstmöglich wiederherzustellen. Auch Kaufland räumte vereinzelte Engpässe ein. Der Lebensmittel-Lieferdienst Picnic ist nach eigenen Angaben ebenfalls betroffen. Zuvor hatte „Die Welt“ über das Thema berichtet.

Fangmengen deutlich rückläufig

Was ist der Grund für die Knappheit? „Die für den europäischen Markt wichtigste Sardinenfischerei vor den Küsten von Marokko und der Westsahara leidet seit Jahren unter rückläufigen Beständen“, sagt Stefan Meyer, Geschäftsführer des Fisch-Informationszentrums in Hamburg. 2022 seien nach Angaben der marokkanischen Fischereiverwaltung 965.000 Tonnen angelandet, 2024 nur noch 525.000.

Auch im vergangenen Jahr habe sich die Lage nicht verbessert, so der Experte. Ursachen seien die Folgen des Klimawandels, veränderte Meeresbedingungen und hoher Befischungsdruck. Die marokkanische Regierung reagierte laut Meyer mit einer restriktiveren Bewirtschaftung. Seit Februar 2026 seien zudem die Exporte von gefrorenen Sardinen stark eingeschränkt beziehungsweise ausgesetzt worden, um die Versorgung des Binnenmarktes sicherzustellen.

„Für europäische Verarbeiter ist das besonders relevant, weil Marokko bislang der größte Lieferant war.“ Eine kurzfristige Erholung der Bestände vor Nordwestafrika ist dem Experten zufolge nicht absehbar.

Sardinen gibt es auch vor Spanien und Portugal

Auch im Nordostatlantik, etwa vor Spanien und Portugal, ist die „echte Sardine“ (Sardina pilchardus) laut Meyer heimisch. Die Bestände hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Die Fangmengen reichten jedoch nicht aus, um die Rohwarenlücke zu schließen. Eine schnelle Entspannung auf dem Sardinenmarkt sei nicht zu erwarten, sagt er.

Meyer hält daher einen Anstieg der Preise für möglich. Mangels Alternativen wichen Hersteller zunehmend auf sardinenartige Fischarten wie Sardinellen aus. Diese kämen überwiegend im Indischen Ozean, im westlichen Pazifik und in tropischen Atlantikgewässern vor.

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