Hinter den Kulissen im Sanitätszelt
Frau verschluckt Piercing bei Rock im Park – und landet im Krankenhaus
Aktualisiert am 06.06.2026 – 14:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Beim Sanitätsdienst von Rock im Park ist kein Einsatz wie der andere. Vom verschluckten Piercingteil bis zum Herzinfarkt-Verdacht – die Helfer sind auf alles vorbereitet.
Eine Besucherin verschluckt versehentlich ein Teil ihres Piercings. Ein anderer Festivalgast kommt mit Rückenschmerzen zum Sanitätsdienst und muss mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus. Die beiden Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Einsätze bei Rock im Park sein können.
Es war einer der ersten Einsätze des Tages: Eine Frau kam am Freitag ins Medical Center hinter die Arena, weil sie ein Teil ihrer Piercings verschluckt hatte. Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher des Sanitätswachdienstes, erklärt, dass dies bislang einer der außergewöhnlicheren Einsätze gewesen sei.
Die vollgepiercte Frau habe ein Verschlussteil eines Piercings in ein Glas gelegt. Später habe sie sich dann ein Getränk in das Glas eingeschenkt und dabei das darin liegende Piercingteil vergessen. Als sie einen Schluck nahm, verschluckte sie dieses. In ihrer Not wandte sie sich daraufhin an die Sanitäter. Im Sanitätszelt untersuchten Ärzte die Frau und kontrollierten etwa die Speiseröhre, wie Taheri-Sohi im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online schildert. Weil sich nicht ausschließen ließ, dass das verschluckte Teil Probleme verursacht, sei die Frau vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.
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164 Hilfeleistungen bis Freitagmorgen
Bis Freitagmorgen um 9 Uhr registrierte der Sanitätsdienst insgesamt 164 Hilfeleistungen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 195. In 21 Fällen mussten Patienten in Nürnberger Krankenhäuser gebracht werden. Im Vorjahr waren es acht, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung am Freitagmittag.
Am Anreisetag behandelten die Einsatzkräfte vor allem leichte Verletzungen. Dazu zählten laut Mitteilung Schürfwunden, kleinere Schnittverletzungen und Fingerquetschungen, etwa beim Tragen von Gepäck oder beim Aufbau der Zelte.
„Hier im Platz versorgen wir von den Zecken bis hin zur allergischen Reaktion und sind für alle Eventualitäten gerüstet“, sagt Jörg. Der 45-Jährige ist Notfallsanitäter und das Wochenende über im Medical Center im Einsatz.
Dass hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden auch etwas Ernsteres stecken kann, zeigte sich laut Sanitätsdienst ebenfalls am Donnerstag. Ein 23-Jähriger suchte wegen plötzlich auftretender Rückenschmerzen die Helfer auf. Bei der Untersuchung ergaben sich laut Sanitätsdienst Hinweise auf einen Herzinfarkt. Der Mann wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.