Barcelona
Kreuz aus Deutschland: Sagrada Familia hat endgültige Höhe erreicht
Aktualisiert am 23.02.2026 – 11:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Die weltberühmte, unvollendete Kathedrale Sagrada Familia hat ihre endgültige Höhe erreicht. Sie überragt nun die bisher höchste Kirche der Welt, das Ulmer Münster, um rund elf Meter.
Das im bayerischen Gundelfingen hergestellte riesige Kreuz für den Hauptturm der weltberühmten Basilika Sagrada Familia in Barcelona (Spanien) ist mit der Installation des obersten Segments vollendet worden. Das teilte die Stiftung Sagrada Familia auf X mit. Damit hat die Kirche ihre endgültige Höhe von 172,5 Metern erreicht.
Das Ulmer Münster, das 135 Jahre den Titel höchster Kirchturm der Welt trug, wird damit jetzt von der Basilika in Katalonien um rund elf Meter überragt. Schon im vergangenen Oktober wuchs der Jesus-Turm der Sagrada Familia mit dem Aufsetzen des ersten Elements des begehbaren Kreuzes auf eine Höhe von 162,91 Meter an – damals nur knapp 1,41 Meter mehr als das Münster in Ulm.
Die 17 Meter hohe Stahl-Glaskonstruktion hat eine Spannweite von 13,5 Metern. Die nun installierte Turmspitze ist ein fünf Meter hoher und 3,2 Meter breiter oberer Kreuzarm, der unten achteckig und oben viereckig ist. Diese 12,5 Tonnen schwere Stahl-Glaskonstruktion wurde auf einer Arbeitsplattform in 54 Meter Höhe vormontiert, mit einem Hochkran auf das zentrale Bauteil des Glaskreuzes gehievt und dann mit der Basis verschraubt, wie der Hersteller, die Gartner GmbH, mitteilte. Er hatte die Konstruktion zuvor in Einzelteilen nach Spanien transportiert.
Weiter hieß es vom Unternehmen: „Heute war es endlich relativ windstill. So konnten wir den oberen Kreuzarm mit einem Hochkran sicher hochziehen und passgenau befestigen.“ Dabei mussten Toleranzen von wenigen Millimetern eingehalten werden. Schon im ersten Versuch hätten alle Verschraubungen gepasst. „Als schwäbische Ingenieure und Techniker wollen wir uns ja nichts nachsagen lassen“, betonte Montageleiter Rainer Deininger.
Die offizielle Einweihung des Kreuzes ist für den 10. Juni geplant, dem 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí. Für die Öffentlichkeit wird das fast 100 Tonnen schwere Kreuz aus Stahl und Glas voraussichtlich ab 2027 zugänglich sein und dann einen atemberaubenden Rundblick über die Mittelmeermetropole erlauben.
Die Firma, die die Glaskonstruktion baute, ist nicht weit vom baden-württembergischen Ulm entfernt und sitzt im bayerischen Gundelfingen an der Donau – die Orte trennen nur 36 Kilometer Luftlinie. „Wir nehmen das mit einem gewissen Augenzwinkern und Humor“, sagte der Chef der Gartner GmbH, Jürgen Wax, im Oktober. Aus Ulm habe sich noch niemand beschwert.
