Nach 20 Jahren
Sacha Baron Cohen entschuldigt sich bei Kasachstan für „Borat“
30.10.2026 – 14:42 UhrLesedauer: 2 Min.
In Kasachstan gab es lange Protest gegen den Film „Borat“. Hauptdarsteller und Produzent Sacha Baron Cohen hat sich erstmals öffentlich entschuldigt.
Als der Film „Borat“ im Jahr 2006 in die Kinos kam, sorgte er weltweit für Lacher. In Kasachstan hingegen löste er Empörung aus: Die kasachstanische Botschaft beschwerte sich, und nach der Fortsetzung im Jahr 2020 wandten sich kasachischstämmige Amerikaner in einem offenen Brief gegen den Komiker. Jetzt hat sich Sacha Baron Cohen erstmals öffentlich bei den Menschen in Kasachstan entschuldigt.
Im Podcast „Happy Sad Confused“ erklärte der britische Schauspieler: „Ich möchte mich zum allerersten Mal beim Volk von Kasachstan entschuldigen, denn Borat hat überhaupt nichts mit Kasachstan zu tun.“ Zugleich verriet er, wie es dazu kam, dass seine Figur ausgerechnet aus diesem Land stammt.
„Borat“-Star Sacha Baron Cohen: „Bitte nehmt es nicht persönlich“
Cohen betonte, Borat solle weder die Menschen noch die Kultur des Landes widerspiegeln. „Ich wollte niemandem schaden. Ich respektiere euer Volk und eure Kultur. Bitte nehmt es nicht persönlich“, richtete er sich an die Kasachen. Zudem räumte der 55-Jährige ein, dass die Kritik berechtigt gewesen sei. Er könne nicht einmal einen authentischen kasachstanischen Akzent nachahmen, und auch äußerlich habe seine Figur nichts mit den Menschen des Landes gemeinsam.
Wie Cohen in dem Podcast schilderte, wechselte seine Figur während der Entwicklung mehrmals die Nationalität. Als er Borat ursprünglich für die BBC entwarf, sollte der fiktive Reporter aus Albanien stammen. Später experimentierte er mit einer Herkunft aus Moldau. Der Grund dafür sei weniger eine künstlerische Entscheidung gewesen als die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fernsehsendern: Je nachdem, welcher Sender die Figur verwendete, änderte Cohen deren Hintergrund.

Als schließlich eine weitere Version für HBO entstand, brauchte er erneut ein anderes Herkunftsland. Seine Wahl traf er nach eigener Darstellung beinahe willkürlich. Er habe auf eine Landkarte gezeigt und sich gefragt, welches Land wohl kaum jemand kenne. Seine Antwort: Kasachstan.
In „Borat“ reist die Figur Borat Sagdiyev als angeblicher Journalist aus Kasachstan durch die USA und fällt dabei mit rassistischen, sexistischen und absurden Aussagen auf. Cohen verteidigte seine Satire lange mit dem Argument, nicht Kasachstan selbst sei das eigentliche Ziel seiner Witze. Vielmehr habe er zeigen wollen, wie leicht Menschen absurde Behauptungen über ein Land glaubten, von dem sie kaum etwas wüssten. Diese Erklärung wiederholte er auch in dem aktuellen Gespräch.