Aus einfachem Grund
Passagierin lässt wohl kompletten Ryanair-Flieger pfänden
Aktualisiert am 10.03.2026 – 19:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Große Aufregung am Flughafen im österreichischen Linz: Wegen 355 Euro lässt ein Anwalt offenbar eine Boeing pfänden. Ryanair widerspricht – doch jetzt liegt ein bedeutender Beleg vor.
Eine Passagiermaschine der irischen Billig-Fluggesellschaft Ryanair ist am österreichischen Flughafen Linz offenbar gepfändet worden. Das bestätigte der verantwortliche Anwalt, Georg Wageneder, auf Anfrage von t-online.
Wageneder vertritt österreichischen Medienberichten zufolge eine Passagierin, deren Flug im Sommer 2024 insgesamt rund 13 Stunden Verspätung hatte. Der Anwalt verklagte Ryanair – „aber sie haben nicht gezahlt“, sagte Wageneder der Zeitung „Heute“. Ursprünglich ging es um gerade einmal 355 Euro Entschädigung, laut ORF soll die Summe durch zusätzliche Kosten und Zinsen mittlerweile auf 890 Euro angestiegen sein. Der Anwalt wandte sich schließlich an das zuständige Gericht, um das Geld eintreiben zu lassen.
Dem Bericht zufolge versuchte ein Exekutor – so werden in Österreich Gerichtsvollzieher genannt – den Betrag direkt von einem Piloten einer Ryanair-Maschine einzutreiben. Allerdings habe dieser kein Bargeld dabei gehabt. Schließlich sei „geschaut worden, was da ist“, so Wageneder zu „Heute“. Das Flugzeug sei schließlich mit einem Pfändungssiegel versehen worden: Die Boeing 787 sei gepfändet worden.
Ryanair widersprach auf Anfrage von t-online. „Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet“, sagte ein Sprecher.
t-online liegt jedoch die vom Bezirksgericht Traun ausgestellte Pfändungsanzeige vor. Diese stützt die Darstellung des Anwalts, wonach die Boeing 787 ordnungsgemäß gepfändet worden sei. Das Dokument nennt auch die Seriennummer des Passagierflugzeugs. Weiter heißt es: „Es wurden Teilzahlungen vereinbart, bei nichteinhalten folgt der sofortige Verkauf“. Unterschrieben ist das Dokument mit Namen und Stempel eines Gerichtsvollziehers.
Auch der Flughafen Linz äußerte sich entsprechend. Ein Sprecher sagte t-online auf Anfrage: „Wir haben den Gerichtsvollzieher und eine Anwältin der klagenden Partei zum Flugzeug begleitet, wo der Gerichtsvollzieher seine Amtshandlung vornahm.“
Passend dazu veröffentlichte die Anwaltskanzlei auf Facebook ein Foto, das das Pfändungssiegel zeigen soll. Wageneder schrieb t-online: „Meine Mitarbeiterin war vor Ort, als das Pfändungssiegel angebracht wurde, und hat auch das Foto gemacht.“