Nach Eklat bei Wettkampf
Russische Top-Athleten reden nicht mehr miteinander
06.04.2026 – 10:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Alexander Bolschunow ist der vielleicht beste Langläufer Russlands in der jüngeren Geschichte. Besonders beliebt ist der Olympiasieger aber nicht.
Eiszeit im russischen Wintersport: Zwischen den Langläufern Alexander Bolschunow und Saweli Korosteljow gibt es Spannungen. „Wir haben kein Verhältnis“, stellte Korosteljow im Gespräch mit „news.ru“ klar. „Zu Beginn der Saison hat sich meine Einstellung ihm gegenüber zum Schlechten gewendet, aber er war für mich schon vor dem Konflikt kein Idol.“
Was Korosteljow mit dem „Konflikt“ meint: Beim Russland Cup Anfang Dezember war es im Sprint-Halbfinale zwischen Bolschunow und Teamkollege Alexander Bakurow zu einer folgenschweren Berührung in der Kurve gekommen. Bolschunow stürzte und verpasste das Finale. Voller Frust fuhr Bolschunow nach dem Zieleinlauf auf Bakurow zu, der sich an einer Bande abstützte, und stieß ihn um. Bakurow stürzte mitsamt der Absperrung und verletzte sich. Bolschunow wurde gesperrt.
Dazu sagte Korosteljow bei „news.ru“: „Was er erreicht hat, ist viel wert, aber vor dem Hintergrund dieser Verdienste kann ich seine menschliche Seite nicht außer Acht lassen. Deshalb habe ich derzeit keinerlei Beziehung zu Alexander Bolschunow.“ Russischen Medienberichten zufolge reden die beiden Langläufer nicht mehr miteinander. Auch die Entschuldigung Bolschunows bei Teamkollege Bakurow nach der Auseinandersetzung habe daran nichts geändert.
Bei den Olympischen Spielen in Italien im Februar begegneten sich die beiden Russen auch nicht. Korosteljow startete unter neutraler Flagge, verpasste aber knapp eine Medaille. Im Skiathlon wurde er Vierter, über die 50 Kilometer Fünfter. Bolschunow war hingegen gesperrt. Bei den Olympischen Spielen 2022 hatte er dreimal Gold gewonnen, vier Jahre zuvor gab es dreimal Silber für ihn.
